Die Wahrheit über den Hai

Von PHILIPP LING Homberg.Als "Mrder, Monster, Menschenfresser"spukenHaifische in den Kpfen der meisten

Von PHILIPP LING

Homberg.Als "Mrder, Monster, Menschenfresser"spukenHaifische in den Kpfen der meisten Menschen herum.Damit sollte der Vortrag des Sharkprojectaufrumen. Rund 40 Interessierte fanden sich auf die Einladung des Tauch- und Wassersportvereins Homberg imDienstleistungszentrum der Kreissparkasse ein.Referent war gerhard Wegner, Prsident des Sharkproject. Die Organisation versteht sich als Lobby fr die bedrohten Raubfische. Mit Vortragsveranstaltungen wie dieser sollen die Vorurteile ber Haie ausgerumt werden, denn niemand schtzt etwas, wovor er Angst hat.

Ursachen der Angst

Urngste des Menschen vor gefhrlichen Tieren, die im Dunkeln lauern, mischen sich mit erlernten Horrorvorstellungen. Noch immer ist das Bild des Hais von Schockern wie Der weie Hai geprgt. Einige spektakulre Unflle mit Schwimmern und Surfern sorgen in jedem Sommerloch erneut fr Schreckensnachrichten. Ein einziger Unfug fr Wegner, der sich daranmacht, das Bild zurechtzurcken. Mit beeindruckenden Bildern und Filmaufnahmen zeichnet er das Bild eines faszinierenden, intelligenten und sensiblen Raubtieres in einer fr uns Menschen fremden Welt.

Missverstndnisse zwischen Mensch und Fisch

Kein Hai schwimmt auf einen Menschen los und beit zu. stellt er kategorisch fest. Vieles, was Menschen als bedrohliches Verhalten empfinden Umkreisen, Nherkommen, mit der Schnauze berhren ist aus Sicht des Hais ein vorsichtiges Erkundungsmanver. Der Hai will nur wissen: Was ist das fr ein Ding? erlutert Wegner. Oft ist der Hai dabei selbst ngstlicher als der Mensch: Wegner zeigt Videoclips von Haien, die beim Anblick eines Tauchers erschrocken die Flucht ergreifen. Die meisten Unflle passieren eher aus Versehen: Streift der Hai den Taucher, verursacht allein seine rauhe Haut Schrfwunden. Zudem knnen sie schlecht bremsen: mancher berraschte Hai berfhrt den Taucher einfach beim Zusammensto mit einem Zwei-Tonnen-Kolo brechen dabei auch mal Knochen. Selbst wenn der Hai dann wirklich zubeit, handelt es sich meist nur um einen leichten Gaumenbiss. Schlimme Verletzungen entstehen oft erst, wenn der Taucher versucht, seinen Arm in Panik aus dem Maul des Hais zu reien. Wegner empfiehlt in diesem Fall das Unglaubliche: Ruhig bleiben. Der Hai merkt bald, dass der Mensch ihm nicht schmeckt und lsst wieder los.

Flossensprache

Damit es gar nicht erst dazu kommt, lehrt Wegner, das Verhalten des Tieres, die Flossensprache richtig zu interpretieren, und zeigt auch Unterschiede zwischen den Arten, ja sogar zwischen Individuen auf: An den vielen Narben am Kopf erkennt man den risikofreudigeren Hai hier ist Vorsicht geboten. Doch wer das Verhalten der Tiere kennt und ihnen mit entsprechendem Respekt begegnet, braucht keine Angst zu haben: Wir hatten nie das Gefhl, dass sie uns Fressen wollten. bekrftigt Wegner.

"Wer ist hier das Monster?"

Nun ist das Publikum reif fr die andere Seite der Medaille. Denn der Hai ist akut bedroht: Fr die begehrte Haifischflossensuppe werden die Tiere gnadenlos gejagt. Beim sogenannten Finning schneiden die Fischer den noch lebenden Tieren die Flossen ab und werfen sie zurck ins Meer, wo sie qualvoll sterben mssen. Zehn tdlichen Haiattacken weltweit pro Jahr stehen 200 Millionen jhrlich vom Menschen brutal abgeschlachtete Haifische gegenber. Wer ist hier das Monster? fragt Wegner in den Raum, whrend er Bilder zeigt, die wahrlich unter die Haut gehen.

Das Sharkproject setzt sich fr die Abschaffung solcher Fangmethoden wie berhaupt der kommerziellen Hai-Jagd ein. Denn wenn nicht bald etwas getan wird, knnte es zu spt sein: Die meisten Hai-Arten sind vom Aussterben bedroht, der gefrchtete Weie Hai gilt bereits als biologisch tot. Doch als wichtiger Baustein des kosystems sind sie fr den Erhalt der Artenvielfalt im Meer unersetzlich. Wenn der Hai stirbt, stirbt auch das Meer. so Wegners Fazit, mit dem er ein nachdenklich gewordenes Publikum verabschiedet.

Mehr Infos zum Sharkproject unter www.sharkproject.com.

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