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Von PHILIPP LING Stolzenbach. Das kann man nicht beschreiben, was da in einem vorgeht. Auch nach 20 Jahren findet Hans-Joac

Von PHILIPP LING

Stolzenbach. Das kann man nicht beschreiben, was da in einem vorgeht. Auch nach 20 Jahren findet Hans-Joachim Brckner kaum Worte fr das, was er am 1. Juni 1988 erlebte. Jener Tag, als das Unheil unvermittelt zuschlug. Gegen 12.30 Uhr erschtterte ein lauter Knall die Umgebung. Viele dachten zunchst an einen Flugzeugabsturz. Doch als kurz darauf der Rauch ber dem Wald bei Stolzenbach zu sehen war, wurde schnell klar: es ist etwas bei der Grube passiert. Eine Kohlestaubexplosion hatte die Schachtanlage zerstrt und 57 Bergleute verschttet.

Am Ort der Katastrophe

Schmerzliche Erinnerungen qulen die Betroffenen bis heute, die meisten wollen nicht darber sprechen. Auch Brckner, der damals Betriebsfhrer war, will sich damit nicht in den Vordergrund drngen. Auf Anfrage war er jedoch bereit, ber seine Erinnerungen zu sprechen.Er war gerade im Urlaub, als das Unglck passierte. Eilig zurckgekehrt, bot sich ihm ein Bild des Grauens: die Schachtanlage von der Gewalt der Explosion zerrissen und 57 Kameraden unter Tage eingeschlossen, wahrscheinlich tot. Da sackt einem der Boden unter den Fen weg, erinnert er sich. Doch fr Trauer blieb vorerst keine Zeit, die Bergung der Verschtteten musste organisiert werden. Zu den zahlreichen herbeigerufenen Helfern gesellten sich auch die Angehrigen der Vermissten ein Bild, das auch Horst Schnhut bis heute nicht verkraften kann. All dieses Leid zu sehen, das hat mich unheimlich getroffen.

berraschendeRettung

Als Leiter der Markschneiderei wurde Schnhut beauftragt, ein Bohrloch in einen der entlegeneren Stollen zu treiben. Dort sollte Luft eingeleitet werden, um eine Ruhestation fr die Helfer unten zu schaffen, die immer noch nur mit Atemschutzmasken arbeiten konnten - die Hoffnung, noch berlebende zu finden, hatte man da nicht mehr. Doch das Wunder geschah: anstelle giftigen Gases stie man auf atembare Luft und ein herabgelassenes Mikrofon brachte bald Gewissheit: unten sind Stimmen zu hren. 67 Stunden nach der Katastrophe konnten sechs Bergleute gerettet werden. Fr diejenigen, die dabei waren, war es ein tiefer Einschnitt in ihrem Leben. schliet Brckner und fgt hinzu: Ob ich das heute noch einmal durchstehen wrde.. ich weiss nicht.

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