Wasser fließt bergauf - THW fördert von der Schwalm auf den Harthberg

Schwalmstadt. Der Wald brennt und weit und breit ist kein Hydrant auszumachen – so oder so ähnlich könnte das durchaus realistische Szenario ausse

Schwalmstadt. Der Wald brennt und weit und breit ist kein Hydrant auszumachen – so oder so ähnlich könnte das durchaus realistische Szenario aussehen, dass als Grundlage für die Übung zweier Einsatzgruppen des Technischen Hilfswerks (THW) am vergangenen Wochenende am Treysaer Harthberg diente.Um für die Löschkräfte vor Ort eine ausreichende Wasserversorgung sicherzustellen, hatte man sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, eine Förderstrecke von 1,7 Kilometern zu überbrücken. Die größte Schwierigkeit dabei war allerdings nicht die Entfernung, sondern der gewaltige Höhenunterschied zwischen der Entnahmestelle an der Schwalm bei Dittershausen und dem Vorratsbecken der ehemaligen Panzerwaschanlage in der Harthberg-Kaserne, der immerhin 70 Meter beträgt. Die Fachgruppe Wasserschaden/ Pumpen des THW Alsfeld, die mit 13 Helfern und fünf Fahrzeugen mit verschiedenen Anhängern im Einsatz war, wurde dabei tatkräftig von neun Kameraden des Ortsverbandes Schwalmstadt unterstützt, die in drei Einsatzfahrzeugen anrückten. Unter Leitung von Alsfelds Zugführer Ingo Sauer, errichteten die Spezialisten vier Faltbehälter als Zwischenbecken, die jeweils ein Fassungsvermögen von drei Kubikmetern hatten. Dazwischen verlegten sie zirka viereinhalb Kilometer Schlauch, die etwa doppelt so groß sind, wie übliche Feuerwehrschläuche, und installierten 15 elektrische Tauchpumpen in den Faltbehältern. Als "schwerste Waffe" brachten sie einen Anhänger mit einer großen Havariepumpe in Stellung, die mit ihren 80 Pferdestärken eine Förderleistung von 5.000 Litern in der Minute erzeugte. Die errechnete Gesamtleistung aller eingesetzten Pumpen lag bei 27 Kubikmeter Wasser pro Minute, aber durch den immensen Höhenunterschied, und den damit verbundenen Druckverlust, flossen am Ende lediglich 2.500 Liter pro Minute ins Becken. Ein wenig schwierig gestaltete sich der Übergang über die Landstraße nach Allendorf, da man durch den großen Schlauchdurchmesser die üblichen Schlauchbrücken nicht einsetzen konnte. Kurzerhand schweißte man zwei schwere Stahlplatten zusammen, die mit Kanthölzern unterbaut wurden und schaffte somit eine Möglichkeit für den fließenden Verkehr, über die Wasserleitungen zu fahren. Da der Einsatz auch in der Nacht fortgesetzt wurde, bauten die Helfer sogenannte "Powermoons" auf. Das sind ballonförmige Lampen, die die jeweiligen Einsatzstellen hell erleuchten, ohne dabei die Einsatzkräfte oder die Autofahrer zu blenden. Auch wenn sie am Ende ihr gestecktes Ziel von 1.000 Kubikmetern nicht ganz erreichten, konnten die THW-Männer auf jeden Fall zahlreiche Erfahrungen sammeln, die sie bei künftigen Einsätzen einbringen können, wenn es heißt: "Einsatz für Heros Alsfeld 38/ 32...".

Extra Info

Was ist ,High Capacity Pumping’?

Schwalmstadt. Die Fachgruppe Wasserschaden/ Pumpen ist das leistungsstarke Instrument des THW bei der Bekämpfung von Überflutungen und Überschwemmungen. Mit ihren unterschiedlichen Pumpen kann sie in Keller, Schutzräume oder Verkehrsanlagen eindringendes Wasser abpumpen. Dabei ist sie in der Lage, über längere Strecken Wasserleitungen zu errichten, um beispielsweise Löschwasser für die Feuerwehr zu fördern. Das THW stellt deutschlandweit acht sogenannte "High Capacity Pumping" Einsatzmodule – also Module mit Hochleistungspumpen–, die im Rahmen des EU-Gemeinschaftsverfahrens zur Abwehr von Hochwasserkatastrophen eingesetzt werden können. Das Fachgruppe aus Alsfeld ist Teil eines solchen Moduls und war im vergangen Jahr beim großen Hochwasser in Polen im Einsatz.

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