Weihnachten im März

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Ziegenhain. Die Glamrock-Legenden von "Slade" begeistern drei Generationen

Ziegenhain. Sie sind nicht mehr die Jüngsten, aber sie haben es noch nicht verlernt. Slade, die Glamrocker aus dem britischen Wolverhampton, zogen bei ihrem Auftritt in der Kulturhalle Ziegenhain alle Register und zeigten, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Ganz im Gegenteil, Gitarrist Dave Hill sprang über die Bühne wie vor 40 Jahren und auch Schlagzeuger Don Powell ließ mit seinen 68 Jahren noch wild die Stöcke wirbeln.

Zuvor hatte bereits die Steven Stealer Band dem Publikum ordentlich eingeheizt, mit seinem "Child in time" hätte Mike Gerhold sogar Deep-Purple-Sänger Ian Gillan vor Neid erblassen lassen. Vor der Bühne tummelten sich drei Generationen, die Ältesten gehörten bereits der Generation 50 plus an, doch auch die Teenager konnten sich mit dem Glamrock der 70er Jahre identifizieren und bejubelten die vier Jungs aus England. In engen Röhrenjeans mit Glitzer-Applikationen und schwarzen Hüten auf dem Kopf jagten Hill und Bandkollege Mal McNulty über die Saiten ihrer E-Gitarren, während John Berry den Bass bearbeitete. Beim Gesang wurde McNulty von den beiden anderen unterstützt, Drummer Powell kümmerte sich derweil um seine "Schießbude".

Feuchte Augen im Publikum

Unter den Zuschauern waren nicht nur Schwälmer Slade-Anhänger, sondern auch Fans aus ganz Deutschland, wie etwa Christian aus Waldshut oder Martin aus Mönchengladbach. Gäste aus Weimar oder Hannover fanden ebenfalls den Weg in die rockende Festungsstadt, doch die weiteste Anreise hatte sicherlich Ilpo aus Helsinki. Mehr als 2.000 Kilometer hatte der eingefleischte Slade-Fan hinter sich gebracht, damit er seine Idole auf der Ziegenhainer Bühne sehen konnte. Mit Klassikern wie "Cum on feel the noize", "Bangin man" oder "Run runaway" eroberten die Engländer schnell die Herzen der über 500 Fans in der nahezu ausverkauften Halle. "Schwalmstadt, we need your help", rief Sänger McNulty der Menge zu und spätestens beim Refrain von "Far far away" sangen alle lauthals mit. Im Publikum sah man viele glückliche Gesichter, in denen man durchaus die eine oder andere Falte entdecken konnte – doch keine Spur von steifen Hüften bei den älteren Semestern. "I believe in woman...", begannen Slade ihren Top-Ten-Hit von 1983 und aus allen Kehlen erklang "..my oh my!".

Viele bekamen feuchte Augen bei der weltbekannten Hymne, vor allem langjährige Paare lagen sich in den Armen und tanzten wie vor 30 Jahren. Zum krönenden Abschluss wurde es sogar noch mitten im März weihnachtlich. "Merry christmas everybody", schallte es aus den Boxen und die Slade-Fans in der ersten Reihe zogen kollektiv ihre Weihnachtsmützen auf. "Thank you and keep on rockin", lautete der Abschiedsgruß der vier Glamrocker.

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