Weil Geschichte nicht verloren gehen soll - Historische Raritäten werden im Felsberger Archiv gesichert

Felsberg / Gensungen. Es sind gerade die alten Schriftstücke, Fotos oder Dokumente, die Einblicke in vergangene Zeiten eröffnen. Dinge, die aufgehob

Felsberg / Gensungen.Es sind gerade die alten Schriftstücke, Fotos oder Dokumente, die Einblicke in vergangene Zeiten eröffnen. Dinge, die aufgehoben wurden, stille Zeugen aus der Vergangenheit mit eigener Geschichte.Im Archiv der Stadt Felsberg bekommen solche historischen Zeugnisse noch mehr Bedeutung. Sie werden zu einem Teil eines Ganzen. Mit Hilfe von neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen bemühen sich 17 ehrenamtliche Mitarbeiter das Archivgut zu erhalten. Seit kurzem machen sie das in den neuenRäumlichkeiten in der Poststraße 6 in Felsberg-Gensungen. Zu ihren Aufgaben gehört es, die dazugehörigen Informationen beispielsweise eines Schriftstücks aufzunehmen und in eine Datenbank einzugeben. Sie sichern die Archivalien und lagern sie dauerhaft in säurefreien Kartons. "Der Lagerraum sollte eine Temparatur von circa 16 Grad haben", informiert Archivmitarbeiter Klaus Winter.

Die Geschichten hinter den Dokumenten

"Gerade die Geschichten, die sich hinter den Dokumenten verbergen, sind für uns und die historische Forschung von Bedeutung", meint Archivmitarbeiterin Kornelia Schmid.Und ein solches geschichts- trächtiges Dokument hat kürzlich die Felsbergerin Karin Naß (66) an Kornelia Schmid und Klaus Winter übergeben. Sie brachte zum Tag der offenen Tür des Archivs eine Schuldurkunde aus dem Jahr 1896 vom Hospital St. Valentin in Felsberg mit. "Die Stiftung St. Valentin hat Geld verliehen an die Familie Leimbach und Frau Anna Martha, geborene Bässe", erklärt Klaus Winter.  Karin Naß sagt: "Ich finde es sehr gut, dass diese ganzen alten Begebenheiten, solche Urkunden etc., nicht in Vergessenheit geraten und für spätere Generationen aufbewahrt werden." Die Urkunde hatte ihr Bruder auf dem Dachboden ihres Elternhauses in einer Kiste gefunden.  Sie fand es interessant, dass das damalige Hospital Kredite vergeben hat. "Es ist einfach ein Stück Stadtgeschichte, das nicht verloren gehen soll", meint Karin Naß. Sie erfuhr durch die Urkunde mehr über ihre Familie, und zur Erklärung brachte sie gleich ein altes Bild ihres Vaters mit. Da sie gern die Urkunde behalten möchte, wird sie nun gescannt und so archiviert.

Fast 100 Jahre altes Poesiealbum

Dann holt Klaus Winter noch eine Besonderheit aus dem Felsberger Archiv hervor: Ein Poesiealbum,  das fast 100 Jahre alt ist aus dem Bestand der Familie Fröhlich. "Die Freundesbücher die heute im Umlauf sind, sehen anders aus und haben eher Eintragungen wie einen tabellarischen Lebenslauf." In dem Poesiealbum hingegen findet man einen Eintrag vom 19. November 1912. Ein Gedicht steht dort, das beginnt mit "Dein Denken sei klar, Dein Handeln sei wahr …" und unterschrieben ist es mit "Zur freundlichen Erinnerung an Deine Schwester". Ein anderes Gedicht mit "Zur Erinnerung an Deine Freundin". Nur Frauen haben sich in dem Album verewigt. War die Inhaberin des Albums vielleicht an einer Mädchenschule?Diese und weitere interessante Geschichten erfährt man im Felsberger Archiv.

Extra Info

Offener Bürgerabend

Felsberg. Die momentan 17 ehrenamtlichen Mitarbeiter des Felsberger Archivs bieten jeden Montag von 17 bis 19 Uhr einen offenenBürgerabend an."Da kann jeder kommen, der was bringen möchte oder etwas sucht", laden Klaus Winter und Kornelia Schmid ein. Oder man kann auch einen Termin vereinbaren.Kontakt: Archiv der Stadt Felsberg, Poststraße 6 Felsberg / Gensungen, Telefon 05662 / 408407.E-Mail: archiv@felsberg.de.Die Öffungszeiten sind: Montags bis freitags, 9 bis 12 Uhr nach telefonischer Vereinbarung und montags von 17 bis 19  Uhr.

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