Ein Weiser aus dem Morgenland

Von PHILIPP LINGTreysa. Auf die Frage, wie man denn den Patriarchen ansprechen sollte, antwortet Pfarrer Michael Brne gerne: ,Eure Seligk

Von PHILIPP LING

Treysa. Auf die Frage, wie man denn den Patriarchen ansprechen sollte, antwortet Pfarrer Michael Brne gerne: ,Eure Seligkeit wre die korrekte Anrede, doch lieber mchte er ,unser Freund aus dem Orient genannt werden. Zum dritten Mal weilte Gregorius III. Laham, Patriarch von Antiochien, Alexandrien, Jerusalem und dem ganzen Orient in Treysa. Den Patriarchen und den Pfarrer verbindet eine lange Freundschaft. Bei ihrem ersten Kennelernen in Jerusalem, hatte Brne den damals noch Patriarchalvikar eingeladen, auch einmal nach Deutschland zu kommen. Der entgegnete: Ich warne Sie, ich nehme Sie beim Wort und komme wirklich. Ein Jahr spter war er tatschlich da. Diese unkomplizierte Art hat er auch als Oberhaupt der griechisch-katholischen Melkiten beibehalten. Ein Pfarrer kann doch keinen Patriarchen einladen. dachte Brne, doch der Patriarch sagte: Laden Sie mich trotzdem wieder ein. Denn zum 25-jhrigen Amtsjubilum seines Freundes wollte er unbedingt dabei sein. Mit dabei, den hohen Besuch aus dem Morgenland zu begren, waren Stefan Bott, Dechant des Dekanats Fritzlar und Jesuitenpater Archimandrit Dr. Michael Schneider von der Universitt Sankt Georgen in Frankfurt am Main. Gemeinsam feierten sie am Samstagabend die Vesper mit dem hohen Gast. An der heilige Messe am Sonntag nahm auerdem der apostolische Pronotr Prlat Dr. Luzian Lamza als Vertreter des Erzbischofs von Fulda, Heinz-Josef Algermissen, teil. Die Messe wurde im byzantinischen und rmischen Ritus gehalten, gem dem Wort Papst Johannes XXIII: Was uns vereint in Ost und West ist viel mehr als uns trennt.

Politisches Gesprch zur Lage der Christenim Nahen Osten

"Es ist nicht leicht, darber zu sprechen, so begannt Patriarch Gregorius III. aus Damaskus am Samstag seinen Vortrag ber die Lage der Christen im nahen Osten. Das Bild des Westens von der Unterdrckung der christlichen Minderheiten sei falsch: Religise Freiheit ist fr alle Christen in den arabischen Lndern, auer Saudi-Arabien, gewhrleistet. Allein in der Paulus-Stadt Damaskus zhlte er ber hundert Kirchen und Kapellen, viele davon vom Staat finanziert. Er erklrte diese liberale Haltung mit der langen gemeinsamen Geschichte. Im Gegensatz zu anderen islamischen Staaten htten die Araber im Zusammenleben mit den Christen eine religise Toleranz entwickelt. Es gebe jedoch gesellschaftliche und politische Diskriminierung der Christen. In der Politik seien sie nicht vertreten und auch bei der Arbeitsplatzvergabe seien sie benachteiligt. Als Brger zweiter Klasse whlten viele die Emigration.

Christen mssen im Nahen Osten bleiben

Doch ein Verschwinden der christlichen Minderheiten in den arabischen Lndern sah der Oberhirte mit Sorge, auch aus politischen Grnden: Die Separation wre das Ende des Dialogs im Nahostkonflikt. Ein rein islamisches Arabien wre anfllig fr Nationalismus und Fundamentalismus. Dann knnen sie sagen: Seht, die gehren nicht zu uns, sie gehren zum christlichen Europa, zu den Kreuzfahrern. Die Prsenz der Christen kann als Ausgleich wirken. Denn der Nahostkonflikt sei der Ursprung all unserer Plagen, so der Patriarch.

Eine Patentlsung hatte auch er nicht parat, doch er glaubte, dass Frieden mglich ist. Beide Seiten mssten aufhren, den Ha der Gruppen zu schren und zu manipulieren. Die Initiative des britischen Premierministers Gordon Brown gab ihm neue Hoffnung, wie er sagte. Bei George W. Bush hingegen hatte er so seine Zweifel: Es wre eine Wiedergutmachung fr seine vielen Snden, wenn er am Ende noch Frieden schaffte.

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