,Wie das Schwein im Schlamm'

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Post aus Chile: Mara Fischer hat sich in der neuen Heimat gut eingelebt

Chile. Während sich hierzulande der Herbst beginnt auszubreiten, steht im Südwesten Südamerikas, genauer in dem Land Chile, der Frühling vor der Tür. Dort befindet sich derzeit die 19-jährige Mara Fischer aus dem Gilserberg Ortsteil Moischeid.  Im Rahmen des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes für die Trägerorganisation "Sozialer Friedensdienst Kassel e.V." ist sie dort in der Hauptstadt Santiago de Chile tätig. Für ein Jahr unterstützt sie dort an einer Schule mit kreativem Schwerpunkt die Lehrkräfte.Für den Schwälmer Boten berichtet Mara in unregelmäßigen Abständen aus dem rund 12.000 Kilometer entfernten Land.

Feiern wie die Chilenen

Mara schreibt: "Fast zwei Monate bin ich jetzt schon in Chile, dem längsten Land der Welt. Und wie fühle ich mich hier? Um es mit einer chilenischen Redensart zu sagen: "Como chancho en el barro." Übersetzt heißt das: "Wie das Schwein im Schlamm", also genau am richtigen Ort. Tagtäglich begegnen mir nette Menschen und ich habe schon viel von der chilenischen Kultur und Mentalität mitbekommen. Zum Beispiel durch den chilenischen Nationalfeiertag vergangene Woche.Von den Chilenen schon über einen Monat freudig erwartet, finde ich auf meinem Weg durch die Stadt kaum ein Geschäft, das nicht in den Nationalfarben Rot-Weiß-Blau geschmückt ist oder Fanartikel verkauft. Fast wie bei der Fußball-WM in Deutschland gibt es Hüte, Fahnen oder sonstige Dekoartikel mit chilenischer Flagge. Allerdings geht es hier nicht um ein großes Sportevent, sondern um die Unabhängigkeit von Spanien. Sie wird immer am 18. September gefeiert, dann allerdings sind die Geschäfte wegen der "Fiestas Patrias" für zwei Tage geschlossen und die sonst so vollen Straßen Santiagos wie leergefegt. Die meisten Chilenen findet man in diesen Tagen auf verschiedenen Festen zum Beispiel in den Parks der Stadt; natürlich durfte ich mir das nicht entgehen lassen.Fahrgeschäfte reihen sich hier an Verkaufsstände von Kunsthandwerk und Grillstationen, mittendrin eine riesige Bühne mit Livemusik und eine Fläche zum "Cueca" tanzen. Genau diese unterscheidet den "Dieciocho", wie der Tag liebevoll genannt wird, am meisten von deutschen Volksfesten. Die "Cueca" ist der chilenische Nationaltanz, den schon die Kindergartenkinder lernen. Hierbei tanzen ein Mann und eine Frau zu traditioneller Musik umeinander herum, jeder mit einem weißen Taschentuch seine Bewegungen betonend. Das soll an das Werben eines Hahns um eine Henne erinnern.Zwar habe ich auch einen Cueca-Crashcurs gemacht, aber bei mir sind die Bewegungen wohl bei weitem noch nicht so schön wie bei den erfahrenen Tänzern. Es ist nämlich gar nicht so einfach, die Schritt- und Drehbewegungen im richtigen Rhythmus zu koordinieren und gleichzeitig anmutig mit dem Taschentuch umzugehen. Im Gegensatz zum Diskofox, bei dem man als Frau im besten Fall gut geführt wird, ist Cueca dann doch ein eher aktiver Tanz, den man nicht so schnell lernt.Aber das sollte am Nationalfeiertag nicht stören, denn die tolle Stimmung der "Fiestas Patrias" kam für meine mangelnden Tanzleistungen bei Weitem auf.Eigentlich schade, dass es dieses Fest nur einmal im Jahr gibt, denn mit ein bisschen Übung und der richtigen Tracht könnte das bestimmt noch etwas werden mit der Cueca und mir.

Viele Grüße aus Chile und bis zum nächsten Mal,Eure Mara."

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