"A 49 wird geopfert"

Der SPD-Landtagsabgeordnete Günter Rudolph. Foto: nh
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Der SPD-Landtagsabgeordnete Günter Rudolph. Foto: nh

Schwalm-Eder. Günter Rudolph (SPD) sieht Nordhessen als Verlierer der schwarz-grünen Koalitionsverhandlungen.

Schwalm-Eder. Einst marschierten sie Seit an Seit für den Politikwechsel in Hessen. Doch jetzt, zwei Monate nach der Wahl, ist das Verhältnis zwischen Grünen und SPD deutlich abgekühlt. Noch laufen die Verhandlungen zwischen CDU und Bündnis 90 / Die Grünen, aber SPD-Mann Günter Rudolph aus Edermünde ist sich sicher. "Die Grünen wollen in die Regierung. Und das", so vermutet er, "fast um jeden Preis."

Dass die Mannen um Volker Bouffier lieber mit den Grünen und nicht mit den Sozialdemokraten regieren wollen, schreibt Rudolph einer einfachen Tatsache zu: "Die sind günstiger zu haben." Er meint damit, dass die Grünen als kleinere Partei weniger Ansprüche auf Ministerämter und Staatssekretärsposten stellen können. "Sehr schnell", so Rudolph, der an den Verhandlungen direkt beteiligt war, hätten die Grünen umgekehrt zu verstehen gegeben, dass sie sich weder Rot-Rot-Grün, noch eine Ampel oder eine Minderheitsregierung mit der SPD vorstellen können.

 "Grüne sind Großstadtpartei"

In Gefahr sieht der Parlamentarische Geschäftsführer deshalb vorallem die Entwicklung in den strukturschwachen Regionen. "Die Grünen sind eine Großstadt-Partei", betont Rudolph, für den ländlichen Raum werde Schwarz-Grün deshalb "verheerend". Besonders die Finanzausstattung der Kommunen und die großen Infrastrukturprojekte sieht er in Gefahr: "Die Grünen waren und sind gegen den Weiterbau von A44 und A 49 sowie gegen den Flughafen Kassel-Calden." Dass Bouffier nach eigener Aussage nicht am Weiterbau der A 44 rütteln will, interpretiert Rudolph so: "Wahrscheinlich hat er absichtlich nicht von der A 49 gesprochen." Diese werde wahrscheinlich auf "dem Altar der Machtspiele" geopfert. Auch personell, mutmaßt Rudolph, werde Nordhessen in einem schwarz-grünen Kabinett keine große Rolle spielen.

Ohne den grünen Partner denkt die hessische SPD nun intensiv über einen Strategiewechsel nach. In welcher Rolle Rudoph daran teilhaben wird, will er selbst noch nicht sagen. "Ob ich Parlamentarischer Geschäftsführer bleibe, entscheidet die neue Fraktion", betont er. In zwei Wochen dürfte die Entscheidung gefallen sein.

EXTRA-INFO

Grüne sagen: "Kein Kommentar

Dr. Bettina Hoffmann ist Mitglied im Vorstand der hessischen Grünen und derzeit mitten in den Koalitionsverhandlungen mit der CDU. Wir konnten sie trotzdem telefonisch erreichen. Von uns auf die Frage nach dem Weiterbau der A 49 angesprochen, will die entschiedene Autobahngegnerin  jedoch derzeit keinen Kommentar abgeben. "Wir haben Vertraulichkeit vereinbart", betont sie.  Der Autbahnweiterbau werde zur Zeit in Arbeitsgruppen besprochen.  Mit einem Ergebnis sei aber erst Mitte Dezember zu rechnen.

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