Wer wird der neue Bürgermeister?

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Der Countdown läuft: Wer Felsbergs neues Stadtoberhaupt und künftig auf dem Chefsessel im Rathaus sitzen wird, entscheidet sich am Sonntag, 3. November.

Felsberg. Am Sonntag ist Bürgermeister-Wahl in Felsberg. Die Kandidaten Volker Steinmetz und Stefan Rother stehen vorab Rede und Antwort.

Felsberg.Am Sonntag, 3. November, ist es soweit. Dann bestimmen die Felsberger ihren künftigen Bürgermeister. Dann wird sich zeigen, ob der amtierende Bürgermeister Volker Steinmetz in die zweite Amtszeit gehen kann, oder von seinem Gegenkandidaten, Stefan Rother, auf dem Bürgermeisterstuhl abgelöst wird. Im Vorfeld der Wahl wurde über beide schon viel diskutiert und geredet. Die Heimat-Nachrichten fühlte den Kandidaten bezüglich der fünf Top-Themen, die in Felsberg gerade rege diskutiert werden, auf den Zahn. Und fragte sie nach ihren Standpunkten zu folgenden Punkten:

1) Die drückende Schuldenlast der Stadt und die damit verbundenen Sparpläne, warum kein Rettungsschirm?

2) Die lang ersehnte Ortsumgehung

3) Altstadtentwicklung und neue Baugebiete

4) Die Wirtschaftsförderung

5) Die Zusammenarbeit mit den Ortsbeiräten

Volker Steinmetz

1) Einen Rettungsschirm vom Land Hessen gab es für Kommunen nur einmalig. Ein Beitritt ist jetzt nicht mehr

möglich. Die Stadt Felsberg bekommt ihren Haushalt nur in den Griff, wenn Ziele und Angebote mit Bürgern und Kommunalpolitik neu vereinbart werden. Dennoch: Unsere gute soziale Infrastruktur muss erhalten bleiben. An unseren umfangreichen Gebäudebestand müssen wir jedoch ran.

2) Für mich hat die Ortsumgehung Felsberg oberste Priorität. Damit gewinnen die Menschen Ihre Lebensqualität wieder zurück. Ich werde die vom Land Hessen bereits vor über einem Jahr zugesagten und nun bis Ende Oktober angekündigten Gutachten nachdrücklich einfordern. Nur mit einer pünktlichen Vorlage kann im Sommer 2014 Baurecht vorliegen. Eins ist klar: Die Ortsumgehung als Landesstraße muss selbstverständlich das Land Hessen finanzieren.

3)Unser Altstadt muss wieder eine vorzeigbare Visitenkarte werden. Mit ihr und der gut erhaltenen Felsburg identifizieren sich viele Menschen. Die Altstadtgassen sind mit Fördermitteln saniert worden. Wir bieten Hauseigentümern ein Anreizprogramm in Höhe von 200.000 Euro mit einer Förderquote von 60 Prozent. Die Zeit der großen Neubaugebiete ist vorbei. Baulücken in Ortskernen sind vollständig zu nutzen. Erst dann sollte über kleine Baugebiete nachgedacht werden.

4)Die Kooperation zwischen Stadt und dem örtlichen Gewerbeverein wird weiter ausgebaut. Ansiedlungswillige Unternehmen spreche ich direkt und persönlich an. In sieben Stadtteilen kommt schnelleres Internet und verbessert die Standortqualität deutlich. Mit nachhaltigen Energieprojekten erhöhen wir die regionale Wertschöpfung.

5)Die Ortsbeiräte vertreten ihre Stadtteile. Sie sind in allen wichtigen Angelegenheiten zu hören und einzubinden. Der Ortsbeirat besitzt ein Vorschlags- und Informationsrecht. Deswegen werde ich auch weiterhin mit allen Ortsbeiräten auf Augenhöhe zusammenarbeiten.Stefan Rother

1) Der Rettungsschirm verspricht etwas, was er so nicht halten kann. Vordergründig wird ein Teil der Schuldenlast

übernommen, verbunden aber mit sehr rigiden Auflagen und Forderungen, vor allem im Bereich der sogenannten freiwilligen Leistungen. Das führt dann dazu, dass alle sozialen Errungenschaften Felsbergs, wie beispielsweise Schwimmbad, Büchereien, Jugend-, Senioren- und Familienförderung, Dorfgemeinschaftshäuser als nicht gesetzlich vorgeschrieben in Frage gestellt wird.Ich bin mir sicher, dass wir in Felsberg die anstehenden Probleme gemeinsam mit Bürgern, Politik und Verwaltung auch ohne einen Rettungsschirm lösen.

2) Zur weiteren Entwicklung der Altstadt ist es dringend erforderlich, im Bereich der Untergasse wieder eine Aufenthalts- und Lebensqualität zu schaffen. Dazu muss es gelingen, kurzfristig vor allem den Schwerlastverkehr zu entfernen. Dauerhaft wird dieses Ziel aber nur dadurch erreicht werden können, wenn der gesamte Durchgangsverkehr umgeleitet wird. Dazu sind die entsprechenden Planungen abzuschließen und Gespräche mit den Grundstückseigentümern zu führen. Das Land Hessen muss hier in seine Pflicht genommen werden. Eine Vorfinanzierung durch die Stadt Felsberg ist im Hinblick auf die sehr angespannte finanzielle Lage zur Zeit leider nicht vorstellbar.

3) Die weitere Entwicklung der Altstadt ist natürlich außer mit der Verkehrsproblematik auch geprägt durch leider fortschreitenden Leerstand und Verfall der Gebäudesubstanz. Die leerstehenden Wohnungen und Geschäftsräume müssen zentral erfasst und im Rahmen eines Leerstandmanagements vermarktet werden. Hier kann die Stadt Hilfestellungen für die Eigentümer anbieten und im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch finanzielle Anreize, z.B. über ein Programm "Jung kauft Alt" geben. Städtebaufördermittel als finanzielle Hilfe für die Eigentümer zur Instandsetzung der Fassaden und Gebäudehüllen sind zu beantragen und planerische Voraussetzungen zu schaffen. Umfangreiche neue Baugebiete können von der Stadt selbst aufgrund der finanziellen Situation nicht selbst errichtet werden. Es gibt aber sehr positive Beispiele wo so etwas durch Zusammenarbeit mit privaten Investoren gelungen ist.

4) Wirtschaftsförderung ist Chefsache. Das sind doch die Fragen, die uns als Stadt nach vorne bringen. Hier müssen kurzfristige Lösungen gefunden werden. Wir müssen mit den Firmen sprechen und fragen, wo diese in 5 oder 10 Jahren stehen wollen, damit wir Ihnen den Weg ebnen können. Von ansiedlungswilligen Firmen müssen wir erfahren, was für sie die Voraussetzungen sind, um sich in Felsberg niederzulassen. Die vorhandenen Hürden müssen beseitigt werden.

5) Die Ortsbeiräte als demokratisch gewähltes Gremium ist die Bindestelle zwischen den Ortsteilen und der Verwaltung. Sie erfasst und kanalisiert die Bedürfnisse und Wünsche in den Ortsteilen und bringt sich darüber hinaus noch sehr umfangreich in zu erledigende Arbeiten ein. Die Ortsbeiräte sind in die ihren Ort betreffenden Entscheidung einzubinden, anzuhören und zu informieren.Die Zusammenarbeit ist vor allem eine Frage der Kommunikation, der Offenheit und Transparenz. Darüber hinaus stelle ich mir vor, den einzelnen Ortschaften eigene Budgets zur Verfügung zu stellen, um hier schnell und unbürokratisch kleinere, dem Gemeinwohl dienende Aufgaben erfüllen zu können.

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