Wohin mit dem Rathaus?

Felsberg. Soll das Felsberger Rathaus bleiben wo es ist oder soll die Stadtverwaltung in das leerstehende ehemalige Verwaltungsgebäude der in Konkurs

Felsberg. Soll das Felsberger Rathaus bleiben wo es ist oder soll die Stadtverwaltung in das leerstehende ehemalige Verwaltungsgebäude der in Konkurs gegangenen Baufirma Fröhlich an der Mittelhöfer Straße in Gensungen ziehen? Diese Frage beschäftigt derzeit nicht nur die Politik in der Drei-Burgen-Stadt, sondern offensichtlich auch viele Bürger. Fast 100 von ihnen hatten sich am Donnerstagabend im Bürgersaal eingefunden, um den Informationen von Bürgermeister Volker Steinmetz zu lauschen, der erste Berechnungen über die Kosten die verschiedenen Varianten vorstellte.

Probleme mit Heizung und Wärmedämmung

Die Probleme am aktuellen Standort sind bekannt: Zu ihnen gehört eine Heizungsanlage, die es nicht mehr schafft das 1982 errichtete Gebäude auch im Winter ausreichend zu heizen, und eine unzureichende Wärmedämmung, die zu hohen Energieverlusten führt.

Dem gegenüber steht das Angebot der beiden Unternehmer Jörg Fröhlich-Gildhoff und Helmut Morsch, die gerne das ehemaligen Verwaltungssitz der Firma Fröhlich, oder zumindest einen Teil davon, an die Stadt vermieten möchten. Alternativ bieten sie auch einen Mietkauf an. Das Problem hier: Das Gebäude liegt nicht zentral und verfügt über keinen Veranstaltungssaal, weshalb zumindest der Bürgersaal im Rathaus weiter genutzt werden müsste.

Insgesamt sechs Szenarien ließ Steinmetz von der Verwaltung durchkalkulieren. Das Ergebnis: Auf 30 Jahre Laufzeit gerechnet wäre eine Renovierung des Rathauses unter Berücksichtigung von Zuschüssen des Landes mit Gesamzkosten von etwa 4,5 Millionen Euro günstiger als die Anmietung einer vergleichbaren Fläche im Steinweg, für die Kosten von rund 5,1 Millionen Euro enstünden (eine detailierte Kostenaufstellung findet sich auf der Internetseite der Stadt).

Die Kritik der anwesenden Unternehmer ließ nicht lange auf sich warten. Die Zahlen für die Rathaussanierung seien aus der Luft gegriffen, bemängelten sie, da diese reine Schätzungen seien. Auch seien die vorgetragenen Mietkosten aus ihrer Sicht zu hoch angesetzt.

Noch keine Entscheidung

In der anschließenden Diskussion mit den Bürgern wurde deutlich: Insbesondere der Erhalt des Bürgersaals liegt vielen am Herzen. Auch habe der bisherige Standort zwischen Felsberg und Gensungen zum Frieden zwischen den sich nicht immer wohlgesinnten Ortsteilen beigetragen.

Zum Ende des Informationsabends betonte Bürgermeister Steinmetz noch einmal, dass noch keine Entscheidung gefallen sei. Dies obliege den Stadtverordneten in einer der nächsten Sitzungen. Er selbst bevorzuge jedoch den Verbleib am jetzigen Standort. Als Gründe nannte Steinmetz, neben den vorgestellten Berechnungen, auch städtebauliche Überlegungen sowie den Erhalt des "Traditionsstandorts" an der Eder. "Dies", so der Bürgermeister, "werde ich auch den Stadtverordneten sagen."

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