Die Zahl der Einbrüche hat zugenommen

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Schwalm-Eder. Die Polizei verweist in ihrer neuen Statistik auf besonders hohe Aufklärungsquoten.

Schwalm-Eder. "Wir wohnen hier in einer sicheren Gegend", erklärt Kriminaldirektor Dirk Stippich. Immerhin liegt die Aufklärungsquote im Schwalm-Eder-Kreis mit 61,1 Prozent über dem hessischen Durchschnitt. Auch die Zahl an registrierten Straftaten ist im Großen und Ganzen zurückgegangen. Diese Zahlen nannte Stippich, als er gemeinsam mit Polizeipressesprecher Reinhard Giesa, Polizeipräsident Eckhard Sauer und Kriminaloberrat Achim Kaiser die neue Kriminalstatistik des Schwalm-Eder-Kreises vorstellte.

Mit einer sogenannten Häufigkeitszahl von 3.914 gehört der Schwalm-Eder-Kreis nach wie vor zu den sichersten Gegenden in Hessen. Durch die Häufigkeitszahl  wird die Anzahl der erfassten Straftaten zur betreffenden Wohnbevölkerung ins Verhältnis gesetzt und so in eine möglichst objektiv vergleichbare Größe gebracht.

Einbruch und Diebstahl

Während die meisten Deliktbereiche abgenommen haben, hat sich besonders die Zahl der Einbrüche und Diebstähle erhöht. Sie machen allein 35,5 Prozent der registrierten Straftaten aus. Dabei fielen besonders die 209 ausgeführten und versuchten Wohnungseinbrüche ins Gewicht. Damit hat die Zahl der Wohnungseinbrüche bereits im dritten Jahr in Folge zugenommen. 50 der 209 Wohnungseinbrüche konnten aufgeklärt werden. Als Reaktion auf die steigende Zahl hat die Polizei die Streifenfahrten an erkannten Brennpunkten verstärkt.

Die Zahl der Diebstahlsdelikte nahm 2013 nochmals auf 2.502 Fälle zu. Davon konnten 35,7 Prozent der Fälle aufgeklärt werden. Zum Beispiel zwei Einbruchsserien, die im Verlauf des Sommers, zwischen Juni bis August, von mehreren Jugendlichen im Alter von 14 bis 21 Jahren im Raum Schwalmstadt begangen wurden. Die Polizeistation Homberg klärte eine Serie von Einbrüchen im Raum Borken auf. Als Tatverdächtige wurden zwei Männer im Alter von 20 und 55 Jahren ermittelt. Im Raum Fritzlar konnte ein 48-jähriger Mann in Anschluss an einen PKW-Aufbruch festgenommen werden. Der Mann ist dringend verdächtig, mindesten acht weitere PKW-Aufbrüche im Umfeld des Friedhofes in Fritzlar begangen zu haben.

Autos und Schockanrufe

Im vergangenen Jahr wurden 39 Autodiebstähle gemeldet. Davon wurden zwölf Fälle aufgeklärt.  Ein besonders spektakulärerer Fall spielte sich in der Nacht zum 25. März 2013 in Fritzlar ab. Eine überregional agierende Tätergruppe stahl zehn hochwertige Mercedes PKW im Gesamtwert von zirka 800.000 Euro vom Gelände einer Autohandlung. Durch den Hinweis einer Zeugin, konnten die Fahrzeuge noch in derselben Nacht in einer Halle im Homberger Ortsteil Berge lokalisiert werden.

In Punkto Betrugsfälle hat sich der Schwalm-Eder-Kreis als Hochburg der sogenannten Schockanrufe herausgestellt. Durch intensive Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen konnte jedoch erreicht werden, dass die weit überwiegende Mehrzahl der bekannt gewordenen Taten letztlich erfolglos verliefen. Durch intensive Ermittlungsmaßnahmen konnten mehreren Täter festgenommen werden.

Mord und Totschlag

Als "Straftaten gegen das Leben" wurden elf Fälle registriert. Unter anderem wurde ein 61-jähriger Mann in Oberaula zum Jahreswechsel 2012/2013 in seinem Haus überfallen und mit einem Messer schwer verwundet. Noch am selben Tag konnte ein Tatverdächtiger festgenommen werden, der in dieser Sache zu sieben Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe wegen versuchten Totschlages verurteilt wurde. Am Ostermontag wurde ein 32-jähriger Mann in einem Haus in Borken durch Messerstiche lebensbedrohlich verletzt. Ein 25-jähriger Tatverdächtiger wurde wenig später festgenommen. Er gestand die Tat sofort ein. Der Täter wurde wegen versuchten Mordes zu mindestens neun Jahren Freiheitsentzug und Einweisung in eine Psychiatrie verurteilt.

Die Zahlen bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, Rohheits- und Freiheitsdelikte, Brandstiftung, Sachbeschädigung, Rauschgiftkriminalität und Verstöße gegen das Waffengesetz sind rückläufig.

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