Zittern im Karlshof

Gerchte um eine Schlieung der Jugendhilfe in Wabern Entscheidung im September?Von ANDREAS BERNHARDSchwalm-Eder. Wie geht es weite

Gerchte um eine Schlieung der Jugendhilfe in Wabern Entscheidung im September?

Von ANDREAS BERNHARD

Schwalm-Eder. Wie geht es weiter mit dem Karlshof in Wabern? Diese Frage kchelt seit einiger Zeit in der nordhessischen Gerchtekche. Immer wieder ist zu hren, der Landeswohlfahrts-Verband (LWV) plane womglich das Pdagogisch-Medizinische Zentrum (PMZ) dessen Betreiber die Vitos-Kurhessen GmbH ist zu schlieen.

Vertragsklausel zwischen LWV und Vitos

Hintergrund ist mglicherweise eine Vertragsklausel zwischen dem LWV und seiner Tochter Vitos. Die besagt: Sollte die Jugendhilfeeinrichtung aufgrund andauernder Verluste bis 31. Dezember dieses Jahres geschlossen werden, so trgt der LWV die Kosten fr den dann flligen Sozialplan fr die Mitarbeiter. Zu Lasten des Steuerzahlers, denn der Wohlfahrtsverband finanziert sich aus einer Umlage der Kreise. Wrde die Einrichtung jedoch spter dicht machen, msste Vitos die Kosten tragen.

Landrat frchtet um die Arbeitspltze

Die Vereinbarung stammt aus dem Jahr 2005. Schon damals stand der Karlshof kurz vor dem Aus, schrieb ber eine Million Euro Verluste. Zur Rettung wurde die Jugendhilfe damals dem ebenfalls zu Vitos gehrenden Zentrum fr Soziale Psychiatrie in Bad Emstal-Merxhausen angegliedert, mit dem Ziel, Verwaltungspersonal und damit Personalkosten einzusparen.

Vitos-Geschftsfhrer baut auf neues Konzept

Dass die Gerchte durchaus ernst zu nehmen sind, besttigt jetzt auch Landrat Frank-Martin Neuprtl auf Anfrage: Ich nehme die Sache sehr ernst. Er befrchtet, die mit Politikern aller groen Parteien besetzte Vertreterversammlung das hchste Organ des LWV knnte beschlieen, der stationren Jugendhilfe in Wabern den Todessto zu versetzen.

Nach Angaben Neuprtls macht der Karlshof in diesem Jahr rund 300.000 Euro Verlust. Fakt ist also, so der Landrat, dass dort kurzfristig sechs bis acht neue Zuweisungen von Jugendlichen gebraucht werden. Darber msse mit den Jugendmtern geredet werden.

Anders als Neuprtl tritt der Geschftsfhrer von Vitos, Herbert Dreisbach, den kursierenden Unkenrufen entschieden entgegen. Emprt betont er: Wer so etwas verbreitet will uns schaden. Richtig sei zwar, dass er schon bei der bernahme des Karlshofs im Jahre 2006 gesagt habe: Ein ,weiter so wie bisher geht nicht. Doch damit sei die Erarbeitung eines neuen Konzeptes gemeint gewesen. Dieses, so Dreisbach, sei nun fertig und werde im September der Vertreterversammlung vorgelegt.

Ich kann die Entscheidung der Vertreterversammlung natrlich nicht vorwegnehmen, sagt Dreisbach, doch ich kann schon jetzt sagen: Der Karlshof entwickelt sich sehr positiv. Mit der Kombination aus dem pdagogischen Angebot sowie kinder- und jugendpsychologischer Betreuung in der erst im vergangenen Jahr erffneten Drogenentzugsstation und einer zustzlichen Station fr Borderline-Erkrankte werde eine Lcke geschlossen. Damit haben wir ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal in ganz Nordhessen, so betont er. Und dafr gebe es auch einen Bedarf. Was die wirtschaftlichen Zahlen betrifft, stecken wir noch in der Anlaufphase, rumt Dreisbach ein, doch nchstes Jahr sind wir bestimmt im grnen Bereich, versichert er. Wohl auch deshalb schlgt Landrat Neuprtl zunchst eine Verlngerung der Entscheidungsfrist um ein Jahr vor.

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