Zukunft braucht Erfahrung - Senior-Experten helfen mit ihrem Wissen Zuhause – und weltweit

Melsungen. Auf dem Sofa sitzen und die Hände in den Schoß legen, dass ist für Herbert Fritz, Horst Gerlach  und Walter Lüders  nicht der Inhal

Melsungen. Auf dem Sofa sitzen und die Hände in den Schoß legen, dass ist für Herbert Fritz, Horst Gerlach  und Walter Lüders  nicht der Inhalt ihrer Ruhestandszeit.  Stattdessen sind die drei älteren Herren in Deutschland und im Ausland  gesuchte Ratgeber. Sie sind sogenannte "Senior-Experten" und geben ihre Kenntnisse und Erfahrungen weiter. Sie gehören zu 9.000 registrierten ehrenamtlich für den Senior Experten Service (SES) Tätigen, die ihr Wissen  zur Verfügung stellen.

Der SES – er gehört der Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit – ist  eine deutsche Ehrenamts- und Entsendeorganisation für Fach- und Führungskräfte im Ruhestand und gibt seit 28 Jahren Hilfe zur Selbsthilfe. Sie hat bislang fast 24.000 Einsätze in aller Welt organisiert.Von ihrer Unterstützung profitieren kleine und mittlere Unternehmen, Institutionen und Verwaltungen. In Deutschland stärkt der SES in jüngerer Zeit besonders Schüler und Auszubildende.

"Zukunft braucht Erfahrung", sagt Dr. Heike Nasdala, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des SES Bonn.   "SES-Expertinnen und Experten aus allen kaufmännischen, technischen, handwerklichen, medizinischen und sozialen Berufen  helfen vornehmlich in Entwicklungs- und Schwellenländern, aber auch in Deutschland. Sie sind Botschafter der deutschen Wirtschaft, und durch ihre Einsätze verbessern sie die Zukunftsperspektiven der Menschen", so Nasdala. Außerdem würden sie Deutschland als Exportnation stärken und weltweit Arbeitsplätze sichern.

Auch Fachleute aus der Region um Melsungen sind regelmäßig für den SES im Ausland aber auch für Schüler in Deutschland im Einsatz: Senior-Experte Herbert Fritz beispielsweise hat im wahrsten Sinne des Wortes Brücken zwischen den Generationen gebaut. Er unterrichtete an der Baunataler Erich-Kästner-Schule in dem Modellbauprojekt "Brücken bauen". Der 71-jährige Diplom-Ingenieur aus Kassel arbeitete im Brücken- und Straßenbau für das Land Hessen und zeigte den Schülern wie sie ein Bogenbrücken-Modell bauen können.Ums Bauen ging es auch bei Senior-Experte Walter Lüders (76) aus Niederweimar bei Marburg. Der Bauingenieur und Leiter des Straßenbehörde Marburg im Ruhestand half im Vorfeld der Fußball Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika ­– von ihm stammen Verbesserungsvorschläge bei der Verkehrsplanung.

Der 67-jährige ehemalige Kfz-Meister Horst Gerlach  aus Biebertal bei Gießen sagte: "Für mich persönlich war es eine Bestätigung,  mit der Weitergabe meines Wissens und meinen Erfahrungen ein Stück weit Hilfe geleistet zu haben." Das resümierte er nach seinem Einsatz in der Mongolei, wo er einer privaten Kfz-Werkstatt Ratschläge zur Optimierung der Arbeitsprozesse gab. Auch in Mosambik half er, eine kommunale Kfz-Werkstatt auf  Vordermann zu bringen.

Regionaltagung der SES

Die drei Senior-Experten Gerlach, Lüders und Fritz nahmen auch an der Regionaltagung am Donnerstag teil, die Günter Kuhn, Manfred Wölfert  und Nikolaus Schuchhardt vom SES Büro Kassel organisiert hatten.Gastgeber und Sponsor der Veranstaltung am Standort Stadtwaldpark war die B.Braun Melsungen AG.Auch ehemalige B.Braun-Mitarbeiter sind als Senior-Experten tätig und gehören zu den 300 aus dem Bereich des SES-Büros Kassel, darunter 33 Frauen, die als Senior-Expertinnen arbeiten.

Extra-Info

Nach dem Berufsleben geht’s weiter

Das Durchschnittsalter der Senior-Experten liegt bei 67 Jahren, der Frauenanteil liegt bei dreizehn Prozent. Die SES ist ständig an neuen Fachleuten interessiert, die das aktive Berufsleben beendet haben und ehrenamtlich tätig sein wollen: Wer also auch Senior-Experte werden möchte, erhält Infos unter www. ses-bonn.de oder im SES-Büro Kassel, Tel. 0561 / 766-2080.

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