19-Jähriger soll Mädchen mit Heizlüfter getötet haben

Kassel/Melsungen. Der Tot von Mara P. aus Melsungen schockt die Region und dürfte wohl in die nordhessische Kriminalgeschichte eingehen. Selten war

Kassel/Melsungen.Der Tot von Mara P. aus Melsungen schockt die Region und dürfte wohl in die nordhessische Kriminalgeschichte eingehen. Selten war ein Verfahren für die Ermittler kriminaltechnisch so aufwendig zu bearbeiten.

Verwunderung herrschte auch darüber, dass Maras Tod so lange unentdeckt blieb. Wie konnte so etwas passieren? Weder Familie noch Freunde scheinen Mara vermisst zu haben! Die junge Frau hatte mehrere Wochen tot in ihrer Wohnung in Melsungen gelegen.

Am Donnerstag, 4. August, beginnt um 9 Uhr im Saal E130 der Prozess gegen ihren 19-jährigen Ex-Freund. Der sich zur Zeit in Untersuchungshaft befindliche Mann muss sich wegen Verdachts des Totschlags, des Betruges und Computerbetruges, der Urkundenfälschung sowie der Unterschlagung vor Gericht verantworten.

Der Angeklagte soll am 22. Mai 2010 seine ehemalige Lebensgefährtin im Rahmen einer streitigen Auseinandersetzung getötet haben. Das Mädchen soll zur Tatzeit in der mit Wasser gefüllten Badewanne gelegen haben. Der Angeklagte soll einen eingeschalteten Heizlüfter in Kenntnis der tödlichen Wirkung von Strom in das Badewasser gestoßen haben. Aufgrund des so ausgelösten Stromschlags soll die Geschädigte zu Tode gekommen sein.

Geld vom Konto der Toten überwiesen

In der Folgezeit bis zum 23. August 2010 soll sich der Angeklagte dann mit den Kontodaten der Toten Geld auf sein Konto überwiesen haben bzw. dies versucht haben. Weiter soll der Angeklagte in zehn  Fällen Gegenstände über ein Internetauktionshaus veräußert haben, obwohl er diese nicht besaß. Dementsprechend konnte er die Waren nach Zahlung der weiteren Geschädigten nicht liefern.

Um den Tod von Mara zu vertuschen, hat der Beschuldigte laut Freunden der Getöteten Chatkontakt zu ihren Freunden gepflegt. Weiter soll der Angeklagte dem Badewasser, in dem die verwesende Leiche lag, Chlorreiniger zugefügt haben, um den fürchterlichen Geruch zu verbergen.

Insgesamt sind für den Prozess acht Verhandlungstage angesetzt. Mit einem Urteil wird voraussichtlich am 19. September gerechnet.

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