2.000 Euro für Zivilcourage

Korbach. Viele Bürger erinnern sich noch an die vor einem Jahr wütende Einbruchserie in der Kreisstadt, die ihresgleichen suchte. Bei mehr als 100 E

Korbach. Viele Bürger erinnern sich noch an die vor einem Jahr wütende Einbruchserie in der Kreisstadt, die ihresgleichen suchte. Bei mehr als 100 Einbrüchen in Schulen, gewerblichen- und kommunalen Objekten wurde allein in den Schulen ein Sachschaden von mehreren Zehntausend Euro verursacht. Die Polizei richtete damals zwei Ermittlungsgruppen ein, die zwei unterschiedliche Einbruchserien ausmachte.

In der Nacht zwischen 1./2. Februar 2012 war die 42-jährige Petra Hendrich nach eigenen Worten auf dem Weg nach Hause. Gegen 23 Uhr bemerkte sie einen Mann, der sich am Eingang eines Asia-Imbisses in der Korbacher Innenstadt zu schaffen machte. Da sie keine Angst verspürte, sprach Petra Hendrich den Mann an. Nur der schroffe Befehl, sie solle weitergehen, kam als Antwort zurück. Doch da hatte sie den Täter bereits erkannt. Sie eilte zurück zu ihrem nahegelegenen Arbeitsplatz und beschrieb einer Kollegin den Mann, die prompt den Namen parat hatte. Per Notruf verständigte sie die Polizei, die kurz darauf den Mann festnehmen konnte.

Dem Täter, einen 21-jährigen Korbacher, wurden 27 Einbrüche zugeordnet und 24 nachgewiesen. Da der Täter laut Hauptkommissar König von der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg kaum Spuren hinterließ, wurde die Ermittlungsarbeit zusätzlich erschwert. Mittlerweile ist der Täter von einem Jugendschöffengericht zu drei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden.

Die zweite Einbruchserie konnte durch intensiven personellen und technischen polizeilichen Aufwand ebenfalls aufgeklärt werden. Hierbei handelt es sich und vier junge Männer aus Korbach, auf deren Konto die meisten der restlichen 80 Einbrüche gehen. Nach Angaben der Polizei gibt es keinen Zusammenhang zu der ersten Einbruchserie. Da ein Termin für eine Hauptverhandlung noch nicht anberaumt ist, sind die Männer noch nicht verurteilt und befinden sich auf freien Fuß.

Als Belohnung für das mutige Engagement überreichte der Korbacher Bürgermeister Klaus Friedrich einen Scheck in Höhe von 2.000 Euro an Petra Hendrich. Dieser wurde mit 500 Euro vom Landkreis, 1.000 Euro von der Stadt Korbach und 500 Euro von einem Geschäftsmann, der namentlich nicht genannt werden will, gesponsert. Der Leiter der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg Kriminaloberrat Hubertus Hannappel bedankte sich bei der mutigen Frau und ergänzte: "Die Qualität des Hinweises war für uns nicht alltäglich. Die Ermittlungen waren für uns ein Kraftakt, der mit Hilfe von Petra Hendrich bewältigt werden konnte." Petra Hendrich sieht sich selbst nicht als Vorbild, sondern ihre Handlung als Selbstverständlichkeit. Sie will sich die Belohnung mit einer Kollegin, die ihr bei der Identifizierung des Täters half.

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