Mit 600.000 Euro Ärzte auf dem Land ansiedeln

Hessen. Statistisch gesehen hat Hessen genug Ärztinnen und Ärzte, allerdings sind sie räumlich ungleich verteilt. Während in städtischen Regionen

Hessen. Statistisch gesehen hat Hessen genug Ärztinnen und Ärzte, allerdings sind sie räumlich ungleich verteilt. Während in städtischen Regionen eine Überversorgung besteht, können Arztpraxen auf dem Land nur schwer wiederbesetzt werden. Dies führt in ländlichen Regionen zu längeren Anfahrts- und Wartezeiten oder sogar zu lokalen Versorgungsengpässen.

"Die Hessische Landesregierung hat daher mit den Vertretungen von Ärztinnen und Ärzten und Krankenhäusern, den Kranken- und Ersatzkassen, den Kommunalen Spitzenverbänden und den Hochschulen ein umfangreiches Maßnahmenpaket verabschiedet, das die Förderung der Niederlassung von Ärzten in Gebieten mit regionalem Versorgungsbedarf vorsieht. Allein dafür stellen die Partner des Hessischen Paktes zur Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung jährlich 600.000 Euro zur Verfügung. Weiterhin werden die Verbesserung der Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten oder die Einrichtung von Begleitdiensten für Patientinnen und Patienten unterstützt", erläuterte Sozialminister Stefan Grüttner.

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen hat die aktuelle ambulante Versorgungssituation in allen hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten analysiert und die Ergebnisse auf ihrer Website bereitgestellt.

Um Lücken in der Versorgung zu schließen werden angestrebt:

Niederlassungsberatung für Ärzte.

Neue Fördermöglichkeiten des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes des Bundes und des Hessischen Paktes.

Finanzielle Förderangebote, wie Unternehmerkredite, Bürgschaften oder die Förderung aus dem Programm "Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Hessen".

Im Werra-Meißner-Kreis wurde einen Masterplan erarbeitet, der die ärztliche Versorgungssituation detailliert analysiert und Handlungsempfehlungen gibt, u. a. die Priorisierung von Hausarztstandorten oder die Kooperation mit Taxiunternehmen.

Im Vogelsbergkreis wurde die Projektgruppe "Ärztliche Versorgung" eingerichtet. Unter dem Motto "Medizin (er)leben im Vogelsberg" werben Landkreis und Ärzte gemeinsam bei den Marburger Medizintagen für die Niederlassung im Kreis.

In der Stadt Romrod ist ein Hausarztzentrum eingerichtet worden, in dem der Praxisinhaber als Unternehmerarzt tätig ist, der andere Ärzte - auch in Teilzeit - angestellt hat.

Eine Verbundweiterbildung für Hausärzte gibt es im Main-Kinzig-Kreis.

Die Kooperation zwischen Kliniken und Hausarztpraxen könne zudem für den nötigen Nachwuchs auch in dünn besiedelten Gegenden sorgen.

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