Rüstige Rentnerin deckt Trickbetrug auf

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Trotz 585-Stempel war es nur billiges Blech.

Eine 80-jährige Dame ist in Bad Wildungen zwei Männern auf die Schliche gekommen, die mit gefälschten Goldringen unterwegs waren.

Bad Wildungen. Nachdem eine Frau (80) in Bad Wildungen kurz hintereinander gleich zweimal dasselbe Erlebnis hat, wird die rüstige Rentnerin stutzig und beginnt mit ihren Ermittlungen.

Die 80-Jährige Rentnerin ist am vergangenen Samstag in der „Kleinen Allee“ unterwegs, als vor ihr ein gut gekleideter Mann aufkreuzt. Der Mann bückt sich und hebt etwas auf. Dann streckt er einen goldenen Ring in der Hand der Frau entgegen. Er erklärt, dass er fremd in der Stadt sei und der gerade gefundene Goldring unbedingt im Fundbüro abgegeben werden müsse. Freundlich bittet er die Seniorin, ob sie den Ring am Montag im Rathaus abgeben könne. Der Ring wechselt den Besitzer und es entwickelt sich ein kurzes Gespräch.

Dabei gibt der Mann vor, Hunger zu haben und bittet um etwas Geld. Die 80-Jährige hilft ihm aus, allerdings nicht spontan, sondern sie wendet sich etwas von dem Mann ab und geht zwei Schritte weiter. Erst danach schenkt sie ihm fünf Euro und der Mann geht seines Weges. Als die Rentnerin ihren Weg fortsetzt, sieht sie kurze Zeit später einen anderen Mann, der sich nach einem Goldring bückt und mit genau derselben Geschichte Passanten anspricht. Das verdächtige Verhalten macht die Dame neugierig. Sie stellt Nachforschungen an und geht zu einem Juwelier. Der bestätigt den Verdacht der älteren Dame.

Bei dem angeblichen Goldring handelte es sich um ein billiges und nahezu wertloses Blechimitat dem lediglich mit ein Stempel "585" aufgedrückt wurde, um den Goldgehalt vorzugaukeln. Die Polizei vermutet, dass es sich hier um eine Variante eines Annäherungstricks handelt. Dabei werden Passanten gutgläubig in ein Gespräch verwickelt und letztlich um Geld gebeten, wobei versucht wird die Angesprochenen um ihr Geld zu bringen.

Die rüstige Rentnerin war aber zu schlau für die Betrüger. Da sie sich von dem Unbekannten wegdrehte und einige Schritte von ihm wegging, hat sie wirkungsvoll die Tat verhindert. Ob am Samstag tatsächlich Leute auf diese Masche hereingefallen sind, ist der Polizei bislang nicht bekannt.

Bei den Männern soll der erste etwa 30 Jahre alt, korpulent und 1,80 Meter groß sein. Er habe einen nordafrikanischen Teint, kurze dunkle Haare und eine markante Nase. Bekleidet war er mit einem dunklem Anorak, grauem Pullover, Jeans und dunklen Schuhen. Der Mann sprach deutsch mit ausländischem Akzent.

Der zweite Goldringfinder war kleiner, etwa 1,60 Meter groß, schlank, westeuropäische Erscheinung und trug eine Brille, ein kariertes Hemd und eines Jeansjacke sowie eine hellgraue Basecap. Hinweise nimmt die Polizeistation Bad Wildungen, Tel.: 05621/70900 entgegen.

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