Achtloser Umgang macht es schlimmer: Corona-Müdigkeit spielt Virus in die Karten

„Wir stellen aber immer wieder eine Corona-Müdigkeit und einen oft achtlosen Umgang mit den Regeln fest.“ Das spiele dem Virus in die Karten, so die Kreisspitze.
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„Wir stellen aber immer wieder eine Corona-Müdigkeit und einen oft achtlosen Umgang mit den Regeln fest.“ Das spiele dem Virus in die Karten, so die Kreisspitze.

Die Einhaltung der Ausgangsbeschränkung und Coronaregeln wird von den Ordnungsbehörden und der Polizei am ersten Maiwochenende verstärkt überwacht, so die Kreisverwaltung. Verstöße werden mit Bußgeldern belegt.

Waldeck-Frankenberg.Im vergangenen Jahr am 1. Mai lag die Inzidenz in Waldeck-Frankenberg bei einem Wert von 0,6. Infiziert waren damals 11 Personen. Mit Stand vom 28. April 2021 liegt sie laut RKI bei 133. Positiv getestet sind 376 Menschen. Einmal mehr fordert die Kreisspitze alle Menschen zu Achtsamkeit und Eigenverantwortung auf – und dazu, die gelten den Regeln insbesondere auch über das erste Maiwochenende weiter einzuhalten.

Gemeinsam mit den Bürgermeistern der Städte und Gemeinden haben sich Landrat Dr. Reinhard Kubat und Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese dazu entschieden, vorerst keine Parkplätze, Straßen oder touristische Hotspots zu sperren.

Im vergangenen Jahr waren die ausgewiesenen Parkplätze an den Tourismus-Magneten am ersten Mai gesperrt. Das hat aber nicht zu einer Entspannung geführt, sondern Autos standen unrechtmäßig in Feldwegen, Wiesen und am Straßenrand, was zu noch mehr Problemen und unkontrollierbaren Menschenansammlungen führte. „Wir haben uns daher dazu entschlossen, in diesem Jahr vorerst auf Sperrungen zu verzichten und die Lage über den ersten Mai genau zu beobachten – und dann gegebenenfalls weitere Maßnahmen einzuleiten“, so die Kreisspitze.

„Es wird aber sehr gründlich die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen, Abstände und Hygienemaßnahmen überprüft – auch durch die Polizei und die Ordnungsämter der Kommunen“, kündigen sie an. Zusammenkünfte im öffentlichen oder privaten Raum sind nach den Regeln der Bundes-Notbremse aktuell nur gestattet, wenn an ihnen höchstens die Angehörigen eines Haushalts und eine weitere Person teilnehmen. Diese Beschränkungen gelten natürlich auch für die klassischen Maiwanderungen, die in diesem Jahr nicht so stattfinden dürfen wie gewohnt. Außerdem gilt weiterhin die nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr. Verstöße gegen die geltenden Regeln werden geahndet und mit hohen Bußgeldern belegt.

„Uns liegt es fern, die Menschen zu gängeln oder zu drohen“, so Kubat und Frese weiter. „Wir stellen aber immer wieder eine Corona-Müdigkeit und einen oft achtlosen Umgang mit den Regeln fest.“ Das spiele dem Virus in die Karten. „Wir müssen jetzt nochmal alle an einem Strang ziehen – und die Inzidenz dauerhaft unter 100 bringen und dann Stück für Stück wei- ter senken.“ Wenn sie an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen konstant unter dem Schwel- lenwert liegt, darf die Bundes-Notbremse am übernächsten Tag im Landkreis wieder gelöst werden. „Es liegt nun am Teamgeist und dem Zusammenhalt der Menschen im Landkreis, dieses Ziel gemeinsam zu erreichen.“

EXTRA INFO: Nächtliche Ausgangssperre

Seit der Bund hat das Infektionsschutzgesetz geändert hat, gelten ab einer Inzidenz von neue Regelungen. Im Landkreis gilt die nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr. Von 22 bis 24 Uhr darf man sich nur von Zuhause entfernen, um im Freien Sport zu treiben oder spazieren zu gehen – jedoch nur allein, nicht einmal mit Personen aus dem eigenen Haushalt.

Nach 24 Uhr darf nur unterwegs sein, wer gewichtige Gründe vorzuweisen hat: Arbeitsweg, Einsatz in der Feuerwehr oder den Arzt- oder Krankenhausbesuch. Ausnahmen gelten auch für ehrenamtliche Rettungskräfte und Helfer, für getrenntlebende Eltern beim Zurückbringen oder Abholen von Kindern und für Menschen, die beispielsweise Familienmitglieder pflegen und betreuen.

Auch Sterbebegleiter, Teilnehmer von Sitzungen kommunaler Gremien und Besucher von Gottesdiensten sind von der Regelung ausgenommen. Auch die Versorgung von Tieren stellt eine Ausnahme dar.

Die Einhaltung der Ausgangsbeschränkung wird von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht, so die Kreisverwaltung. Verstöße werden mit Bußgeldern belegt. Wer nachts dennoch unterwegs ist, muss dies gegenüber den Gesetzeshütern entsprechend begründen. Weiterhin gibt es Beschränkungen für Treffen im öffentlichen und privaten Raum. Diese sind wieder auf einen Haushalt und eine weitere Person beschränkt. Kinder bis 14 Jahre zählen nicht dazu.

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