Alle einsteigen, bitte: Battenberg hat nun einen Bürgerbus

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Freuen sich über den neuen Bürgerbus (hinten von links): Tobias Scherf (Regionalbeauftragter) und Bürgermeister Christian Klein. Und vorne von links: Uli Wienbrandt, Anja Schiers, Siegrfried Franke, Reinhard Heimel und Mathias Kailer vom Nachbarschaftsnetzwerk.

Einer von 20 Bürgerbussen, die das Land Hessen zur Verfügung gestellt hat fährt nun in Battenberg. Das Nachbarschaftsnetzwerk übernimmt den Fahrdienst.

Battenberg - Mobil sein bis ins hohe Alter – ein Wunsch, den viele Menschen hegen. Doch gerade auf dem Land ist das ein Luxus, der nicht jedem zuteilwird. Ist nicht gerade ein Verwandter mit Pkw vor Ort und fahren die öffentlichen Verkehrsmittel nicht regelmäßig, gestalten sich bereits der Arzttermin, der wöchentliche Einkauf oder auch der Besuch im Café schwierig. Deshalb hat sich das Nachbarschaftsnetzwerk Battenberg darum bemüht, einen Bürgerbus zu erhalten – mit Erfolg.

In der vergangenen Woche war Schlüsselübergabe in Rüsselsheim. 20 vom Land geförderte Bürgerbusse wurden durch Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Axel Wintermeyer, Chef der Hessischen Staatskanzlei, an hessischen Kommunen und Initiativen übergeben. Im Rahmen der Offensive „Land hat Zukunft – Heimat Hessen“ werden jeweils 1,2 Millionen Euro in 2018 und 2019 zur Verfügung gestellt. Zwei weitere Bürgerbusse gingen nach Basdorf und Diemelstadt. Siegfried Franke, Vorsitzender des Nachbarschaftsnetzwerks Battenberg und federführend verantwortlich für die Anschaffung des Busses vom Typ Opel Vivaro, schweben schon einige Einsatzmöglichkeiten für den Bus vor.

„Natürlich geht es in erster Linie darum, Termin- und Besorgungsfahrten zu erledigen, die durch den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nicht abgedeckt werden können“, sagt er. Dabei soll der Bus keine Konkurrenz zum ÖPNV noch zu Taxi-Unternehmen darstellen. Der Bus bietet Platz für bis zu acht Fahrgäste. Das Klientel sind dabei vor allem ältere und mobil eingeschränkte Menschen. „Ich könnte mir auch vorstellen, dass wir beispielsweise Kinder und Jugendliche zum Fußball- oder Schwimmtraining fahren“, so Franke. Auch Fahrten zu Kitas seien eine Möglichkeit. „Wir wollen einerseits die Einzelfahrten verringern, andererseits soll der Bus auch als Kommunikationsraum dienen.“

Einzelfahrten bis nach Marburg können in bestimmten Fällen ermöglicht werden. Erweitert werden könnte das Angebot allerdings auch für spezielle Gruppenfahrten. Eines stellt Franke jedoch klar: „Der Bus kann für weitere Strecken gemietet werden, dabei muss die Gemeinnützigkeit jedoch stets gewahrt sein. Wir lassen uns nicht ausnutzen und werden sicherlich auch keine Nacht- oder Alkoholfahrten machen.“ Bislang haben sich 24 Mitglieder des Nachbarschaftsnetzwerks bereit erklärt, Fahrten zu übernehmen.

Einen Stellplatz hat der Opel im Wert von 36.000 Euro passenderweise am Autohaus Biebighäuser, wo auch die Räder eingelagert werden. Für Anja Schiers, Betriebsleiterin des Autohauses Biebighäuser und Mitglied im Nachbarschaftsnetzwerk eine Selbstverständlichkeit: „Alles was eine Herzenssache ist, macht man gerne.“ Finanziert wird das ganze über Sponsoring. Elf Flächen stehen am Fahrzeug zur Verfügung zur Anbringung von Werbung. Damit sollen die Kosten für Kraftstoff und Versicherung bezahlt werden. Zwar ist das Mitfahren im Bürgerbus ausdrücklich kostenlos, dennoch stellt das Nachbarschaftsnetzwerk eine Spendenbox auf und hofft auf einen Euro pro Fahrt von den Fahrgästen.

Wer Fahrten anfragen oder sich darüber informieren möchte, tut dies im Büro des Nachbarschaftsnetzwerks bei Renate Drechsel im DRK-Seniorenzentrum Barrenberg, per Telefon unter 01520/ 9043784 oder per E-Mail an nbs-battenberg@web.de. Dort ist es ebenfalls möglich, seine Unterstützung als Fahrer anzumelden. „Ich bin mir sicher, dass wir mit dem Bürgerbus ganz viel und vor allem ganz viele Menschen bewegen können“, sagte Battenbergs Bürgermeister Chrstian Klein.

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