Angeln endet tödlich

Edersee. Vermutlich mehrere Stunden hielten sich zwei Eisangler auf dem Edersee bei Asel-Süd am Donnerstag auf. Gegen 16.45 Uhr brach ein Mann in das

Edersee. Vermutlich mehrere Stunden hielten sich zwei Eisangler auf dem Edersee bei Asel-Süd am Donnerstag auf. Gegen 16.45 Uhr brach ein Mann in das Eis ein, der andere wollte dem Verunglückten helfen und brach an anderer Stelle selbst ins Eis ein. Einer der beiden Männer ging unter und versank im Edersee, die andere Person konnte sich festhalten, so die ersten Ermittlungen.

Eine Anwohnerin, 36 Jahre, sah die Gefahr und lief zum Ufer. Dort versuchte sie mit Hilfe von langen Stangen zu dem Verunglückten zu gelangen. Dabei brach die Frau selbst ein, konnte sich mit Hilfe der Stangen aber wieder auf das Eis hangeln und schließlich zurück zum Ufer gelangen. Ein weiterer Anwohner hatte Leitern geholt. Die Frau nahm die Leitern und robbte darauf noch einmal zu der Person im Eis. Die Entfernung zum Ufer betrug geschätzte 30 bis 50 Meter. Die Frau konnte dem Verunglückten, 58 Jahre aus Warburg, auf die Leiter helfen und gemeinsam mit ihm zum Ufer kriechen. Hier wurden die Unterkühlten von der  eingetroffenen Feuerwehr versorgt.

Die eingeleitete Suche nach der im See versunkenen Person verlief ergebnislos. Taucher der Berufsfeuerwehr Kassel mussten abbrechen, da sie schon auf dem Weg zur Einbruchstelle mehrfach im See einbrachen und sich wegen der sehr starken Unterströmung kaum halten konnten, Auch für die Retter bestand Lebensgefahr. Die Unglücksstelle befindet sich über dem alten Flußbett, Wassertemperatur 2 Grad, Lufttemperatur 5 Grad (tagsüber etwa 10 Grad). Die Eisschicht am Edersee ist unterschiedlich stark und deswegen brüchig. Nach den bisherigen Ermittlungen ist davon auszugehen, dass die Person ertrunken und abgetrieben ist. Hinweise auf Fremdverschulden konnten nicht erlangt werden. Die Ermittlungen dauern an. Die Wasserschutzpolizei will das Ufer des Sees nach einer möglicherweise angetriebenen Leiche absuchen. Die Personalien der vermissten Person stehen noch nicht eindeutig fest. Es soll sich um einen 54-Jährigen aus Warburg handeln.

Nachmeldung, Freitag, 26. Februar 2010:

Die weiteren Suchmaßnahmen gestalten sich schwierig. Der Edersee hatte am  Donnerstag einen Zulauf von 81 qm/sek mit zunehmender Tendenz. Heute Mittag lag der Zulauf sogar bei 164qm/sek.Der Wasserstand erhöhte sich  um 60 cm und am Freitag nochmals um einen Meter.

War die Strömung beim Rettungsversuch unter dem Eis schon ganz beträchtlich, stieg sie am Tag darauf nochmals an, zumal die Abflussmenge an der Staumauer erhöht wurde.Da der See zum Teil immer noch eisbedeckt ist, ist aufgrund der äußeren Verhältnisse eine gezielte Suche nach dem Vermissten nicht möglich.

Zurzeit werden die Uferregionen durch Streifen der angrenzenden Polizeistationen und der Wasserschutzpolizei abgesucht.Die zuständige Kriminalpolizei geht nicht davon aus, dass der Vermisste noch lebend gerettet werden kann.Gezielte Suchmaßnahmen sind vom Wetter und den Verhältnissen abhängig.

Der Edersee muss eisfrei sein.Sollte der Vermisste bis dahin noch nicht gefunden sein, kommen Wärmebildkamera und andere technische Geräte zum Einsatz.Zurzeit werden die Zeugen vernommen, um den genauen Hergang des Unglücks zu erforschen. Nach den ersten Vernehmungen scheint sich aber der Ablauf so zu bestätigen, wie er bereits gestern gemeldet wurde.Der 58jährige Gerettete aus Warburg war stark unterkühlt und liegtnoch zur stationären Behandlung im Krankenhaus. Er ist aber nicht lebensgefährlich verletzt.Seine Retterin wurde mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen und befindet sich in der Obhut von Bekannten.Die Ermittlungen haben ergeben, dass es sich bei dem Vermissten zweifelsfrei um einen 54 Jahre alten Mann aus Warburg handelt.

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