Angriff auf die ´Pillenmafia´

Von GERALD SCHMIDTKUNZ Wiesbaden. Das freut die serisen Apotheker: Das Bundeskriminalamt (BKA) und INTERPOL haben bis Donnerstag einen weltweite

Von GERALD SCHMIDTKUNZ

Wiesbaden. Das freut die serisen Apotheker: Das Bundeskriminalamt (BKA) und INTERPOL haben bis Donnerstag einen weltweiten Schlag im Kampf gegen den Handel mit geflschten und illegalen Arzneimitteln im Internet gefhrt.

In 26 Lndern ging es dabei der Arzneimafia an den Kragen. Rund um den Globus wurden nach BKA-Angaben 995 Postsendungen und -pakete beschlagnahmt sowie 72 Websites vom Netz genommen und abgeschaltet. Nationale Arzneimittelberwachungsbehrden, Polizei und Zoll haben bei dieser konzertierten Aktion intensiv zusammengearbeitet. Die Operation konzentrierte sich auf die drei Hauptbestandteile von illegalen Websites: den Internetdienstanbieter (ISP), die Zahlungssysteme und den Zustelldienst.

Ziel der zeitgleichen Polizeiaktion war es, der ffentlichkeit vor Augen zu fhren, dass der Kauf von Medikamenten, die von unkontrollierten Websites stammen, das Risiko betrchtlich erhht, geflschte, minderwertige oder gefhrliche Produkte zu erhalten.

Potenzmittel & Co

In Deutschland wird im Rahmen der Operation Pangea II in sechs Fllen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Sachsen wegen Versten gegen das Arzneimittelgesetz ermittelt. Im Fokus von Staatsanwaltschaften und Polizei stehen dabei die Betreiber verdchtiger Internetseiten. Die Kunden dieser illegalen Homepages erhielten auf Bestellung sowohl nicht zugelassene als auch geflschte verschreibungspflichtige Arzneimittel. Die Medikamente enthielten jedoch zum Teil weder die versprochenen Wirkstoffe noch die auf den Verpackungen angegebenen Dosierungen. In etlichen Fllen fehlten die deutschen Beipackzettel oder gar die ganze Verpackung. Die beschlagnahmten Medikamente werden von Gutachtern deshalb als gesundheitlich bedenklich eingestuft. Umfangreiches Beweismaterial wurde beschlagnahmt, darunter auch angebliche Nahrungsergnzungsmittel aus dem Lifestyle- und Bodybuildingbereich, Potenzmittel, anabole Steroide und Wachstumshormone.

Sicher sind nur Apotheken

Zeitgleich fhrt der Zoll gezielte intensive Kontrollen durch, um illegale Arzneimittel aufzuspren, die auf dem Postweg von auerhalb der EU nach Deutschland geliefert werden.

Der Handel mit Arzneimitteln unterliegt in Deutschland den Regelungen des Arzneimittelgesetzes (AMG). Apotheken- und verschreibungspflichtige Waren drfen nur in Apotheken an die Endverbraucher abgegeben werden. Der Internethandel ist ausschlielich ffentlichen Apotheken mit einer Erlaubnis zum Versandhandel vorbehalten. Wer sich dennoch ber dubiose Websites mit Schlankmachern, Potenz- oder Dopingmitteln und mehr eindeckt, geht laut BKA Prsident Jrg Ziercke hohe gesundheitliche Risiken ein. Er warnt: Die Medikamentenflscher handeln aus finanziellem Eigennutz und setzen die Verbraucher dabei schamlos und bewusst erheblichen gesundheitlichen Risiken aus. Aufgrund der laufenden Ermittlungen konnte das BKA zu Redaktionsschluss noch keine weiteren Ausknfte erteilten.

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