Die Angst: Eppe könnte sterben

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Eppe. Die Ängste zur möglichen Schließung der Grundschule in Korbach-Eppe haben den Ortsvorsteher Jürgen Knierim dazu veranlasst, diesen Brief an

Eppe. Die Ängste zur möglichen Schließung der Grundschule in Korbach-Eppe haben den Ortsvorsteher Jürgen Knierim dazu veranlasst, diesen Brief an Landrat Dr. Reinhard Kubat zu schreiben, in dem er die Sanierungskosten in Frage stellt, das Ausmaß für den Ort darstellt und um den Erhalt bittet.

"Sehr geehrter Herr Landrat Dr. Kubat,

in Anlehnung an meine Mail vom 18. Oktober 2012 muss ich mich noch einmal an Sie wenden. Die fragwürde "Schnellentscheidung" in den Ausschüssen und der Kreistagssitzung wurde zwar verschoben, aber die begründeten Ängste der Kinder und Eltern bzgl. einer möglichen Schließung der Grundschule Eppe existieren selbstverständlich weiterhin.

Wie ich Ihnen bereits in meiner Mail mitgeteilt habe, sind die Schülerzahlen unserer 80 jährigen Schule für die kommenden Jahre konstant bzw. steigend. Gemäß dem Schulentwicklungsplan des Landreises Waldeck-Frankenberg sind folgende Schülerzahlen in Eppe zu erwarten:

Schuljahr: Schüler

2012/13:      28

2013/14:      37

2014/15:      37

2015/16:      35

2016/17:     38

2017/18:    29

Die "Daseinsberechtigung" der Schule ist allein durch dargelegte Schülerentwicklung gegeben. Des Weiteren wurde in der jüngeren Vergangenheit Methoden der Grundschule mehrfach positiv bewertet. Ein Beispiel hierfür war die intensive Zusammenarbeit mit den Kindergärten Eppe und Hillershausen. Hier werden die Kinder bereits im Kindergartenalter mit der Grundschule vertraut gemacht.

Nach aktueller Sichtung, durch die entsprechenden Entscheidungsträger, existiert nun offensichtlich ein bauliches Defizit. Um die Schule auf den erforderlichen Stand zu bringen, sollen unglaubliche 970.000 EURO notwendig sein. Dies vermittelt dem Betrachter einen herben Beigeschmack und es liegt die Vermutung nahe, dass diese Defizits nur ein Mittel zum Zweck sind.

Wurde in der Vergangenheit nicht auf baulichen Erfordernissen und somit auf die Sicherheit der Kinder geachtet, dass ein solches Delta entstehen konnte? Wie setzt sich diese Investitionssumme zusammen? Meine Bitte, legen Sie Zahlen offen und machen das "erforderliche" Defizit transparent.

Sollte einer der gravierenden Mängel, das Fehlen einer zweiten Fluchttreppe (die Klassenräume befinden sich allerdings im unteren Stockwerk, welches zwei Ausgänge hat) sein, ist dies zwar verständlich, steht jedoch nicht im Verhältnis zur kalkulierten Investitionssumme.

Sehr geehrter Herr Dr. Kubat, eines Ihrer vorrangigen Themen ist der demografische Wandel und die Stärkung des ländlichen Raums, wofür sogar eine Stabsstelle errichtet wurde. Auch Sie wohnen auf einem kleinen Ort, deren Geschicke Sie als Ortsvorsteher gelenkt haben und somit die gegebenen Situationen bestens nachvollziehen können. Die Lebensqualität in unserem Ort -650 Einwohner- ist vor allem auch durch die Präsenz einer Grundschule und eines Kindergartens gefestigt. Der Verlust, sei es Schule, Kindergarten oder auch wie leider geschehen ev. Kirche, schwächt einen Ort enorm. Vor allem die Schul- und Kindergartenpräzens ist ein sehr wichtiges Kriterium für junge Familie, ihre Existenz in einem Ort wie unserem aufzubauen und nicht in die Städte abzuwandern.

Sehr geehrter Herr Dr. Kubat, anlässlich der gegebenen Dringlichkeit bitte ich erneut darum uns einen kurzfristigen Gesprächstermin einzuräumen und den Erhalt der Grundschule Eppe angesichts der dargelegten Fakten zu gewährleisten. Des Weiteren erlaube ich mir, diesen Brief und somit die Ängste der Kinder und Eltern von Eppe und den umliegenden Gemeinden der Öffentlichkeit zu vermitteln."

Mit freundlichen GrüßenJürgen KnierimOrtsvorsteher Eppe

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