Desinfektionsmittel und Mundschutz aus dem Stadtkrankenhaus Korbach gestohlen

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Im Stadtkrankenhaus Korbach kommt es zunehmend zur Entwendung von Desinfektionsmitteln. Auch Schutzkleidung wie etwa Mund-Nasen-Schutz, FFP-Masken oder Schutzkittel, die routinemäßig vor den Zimmern parat liegen, verschwinden in großer Anzahl.

Korbach - Bislang gibt es im Stadtkrankenhaus Korbach keinen Patienten, bei dem das neue Corona-Virus nachgewiesen wurde. Und doch kommt es im Zuge der Corona-Krise auch in der Korbacher Klinik zunehmend zur Entwendung von Desinfektionsmitteln oder durch unsachgemäße Bestätigung zur Zerstörung ganzer Desinfektionsmittelspender.

Aus diesem Grund sehen sich die Verantwortlichen der Klinik gezwungen, die öffentlich zugänglichen Desinfektionsmittel auf den Besuchertoiletten oder im Eingangsbereich ab sofort nicht mehr aufzufüllen. Diese Schutzmaßnahme sei erforderlich, um weiterhin für alle Patienten mit Erkrankungen wie Herzinfarkt, Blinddarmdurchbruch, Knochenbrüchen, Durchfallerkrankungen usw. handlungsfähig zu bleiben, begründet die Klinik ihre drastische Maßnahme.  

Stadtkrankenhaus appelliert an die Vernunft der Menschen

„Für unsere Mitarbeiter und Patienten ist das Desinfektionsmittel unabdingbar“, erläutert Hygienefachkraft Gabriele Gomolinsky. „Eine Pflegekraft hat pro Tag geschätzt 30 Patientenkontakte. Bei einer Reinigung der Hände vor und nach dem Patientenkontakt müsste sie mindestens 60 Mal am Tag die Hände waschen – das hält keine Haut aus. Schon allein aus Arbeitsschutzgründen ist die Handdesinfektion notwendig.“

Anders sehe dies bei den Menschen im heimischen Umfeld aus. Hier reiche gemäß den Vorgaben des Robert-Koch-Institutes gründliches Händewaschen mit Seife über einen Zeitraum von 30 Sekunden völlig aus. An jedem Stationseingang und in den Patientenzimmern hängen weiterhin Spender mit Informationen zur Händedesinfektion, die auch beachtet werden sollten, appellieren die Verantwortlichen an die Vernunft der Menschen.

„Diese sollte man uns auch lassen, damit wir handlungsfähig bleiben“, so die Hygienefachkraft. „Auf allen Besuchertoiletten hängen Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (kurz: BzgA) aus, die über das richtige Händewaschen zum Infektionsschutz aufklären“, erklärt Geschäftsführer Sassan Pur. „Wenn die Bevölkerung sich daran hält, ist schon viel gewonnen.“

„Auch Schutzkleidung wie etwa Mund-Nasen-Schutz, FFP-Masken oder Schutzkittel, die routinemäßig vor den Zimmern parat liegen, in denen Patienten mit allen erdenklichen Infektionskrankheiten behandelt werden, verschwinden in großer Anzahl“, so Pur.

Obgleich es in Korbach bislang keinen bestätigten Erkrankungsfall gegeben hat, ist das Stadtkrankenhaus auf Verdachts-/Erkrankungsfälle gut vorbereitet. „Wir haben umfassende Verfahrensanleitungen, haben unsere Mitarbeiter in vier Versammlungen ausreichend sensibilisiert und unser Hygiene-Team steht mit weiteren Fachleuten im regelmäßigen Austausch, um etwaig aufkommende Fragen schnell klären zu können“, berichtet der Klinik-Chef.

„Ziel unserer Aktivitäten ist vor allem der Schutz der gefährdeten alten und/oder kranken Menschen und ein Beitrag zur Verlangsamung der Virusausbreitung.“ Dazu zähle auch, dass bis auf weiteres öffentliche Patientenveranstaltungen im Haus abgesagt wurden.

Zudem bitte man Patientenbesuche im Krankenhaus auf das Notwendigste zu beschränken und möglichst die Patientenzimmer nur einzeln zu betreten. Von drastischen Regelungen, bis hin zu generellen Verboten z.B. von Krankenhausbesuchen, halte die Klinik wenig. Diese Regelungen seien in der täglichen Arbeit ohnehin kaum umsetz- und kontrollierbar, sind sich die Verantwortlichen einig.

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