Anklage gegen den Amokfahrer von Volkmarsen: Er war nüchtern und hatte eine Videokamera installiert

Mit diesem Wagen raste Maurice P. in die feiernden Mütter, Väter, Kinder, Kleinkinder, Jugendliche und Senioren.
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Mit diesem Wagen raste Maurice P. in die feiernden Mütter, Väter, Kinder, Kleinkinder, Jugendliche und Senioren.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat Anklage gegen den Amokfahrer von Volkmarsen erhoben. Versuchter Mord in 91 Fällen wird ihm unter anderem vorgeworfen.

Volkmarsen. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat Anklage gegen den Amokfahrer von Volkmarsen erhoben, berichtet die ARD. Versuchter Mord in 91 Fällen wird ihm dabei vorgeworfen, genauso wie gefährliche Körperverletzung in 90 Fällen sowie gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. Gegen Maurice P. soll demnach seitens der Staatsanwaltschaft eine 172 Seiten umfassende Anklageschrift erstellt worden sein. Der Täter habe mit der Absicht, Menschen zu töten sein Fahrzeug ungebremst und bewusst mit einer Geschwindigkeit von 50 bis 60 Kilometer pro Stunde in die Teilnehmer und Zuschauer des Rosenmontagsumzugs in Volkmarsen gesteuert. Auf einem Straßenabschnitt von rund 42 Metern wurden viele Menschen erfasst, die dort dicht gedrängt standen und feierten. Nach Erkenntnissen der Ermittler war die Tat geplant und vorbereitet. Maurice P. soll sein Auto bereits am Tag zuvor so geparkt haben, dass er mit seinem Mercedes in den eigentlich abgesperrten Bereich des Umzugs fahren konnte. Sogar eine kleine Videokamera, eine „Dashcam“, sei im Fahrzeug verbaut gewesen. Ob er damit die Tat filmen wollte, ist unklar. Der Amokfahrer hat sich bis heute Stand: 18. Dezember 2020) nicht zu der Tat geäußert und bleibt ein Motiv schuldig. Hinweise auf einen politischen oder religiösen Hintergrund fanden sich nicht. Während der brutalen und hinterhältigen Attacke auf die friedlich feiernden Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen stand er weder unter dem Einfluss von Alkohol, Medikamenten oder Drogen. Von 90 Menschen wird berichtet, das sie teils schwere Verletzungen erlitten, 20 wurden stationär in Krankenhäusern behandelt, einige auf der Intensivstation. Laut Staatsanwaltschaft sei eine Vielzahl weiterer Menschen vor Ort durch die Tat traumatisiert und psychisch beeinträchtigt worden.

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