Arbeitsmarkt in Hessen verliert weiter an Dynamik - Landkreis noch nicht

Waldeck-Frankenberg. "Es zeigt sich, dass der erwartete Frühjahrsaufschwung im gewohnten Maße noch nicht eingesetzt hat. Die Betriebe zögern i

Waldeck-Frankenberg. "Es zeigt sich, dass der erwartete Frühjahrsaufschwung im gewohnten Maße noch nicht eingesetzt hat. Die Betriebe zögern immer noch bei den Einstellungen und beobachten die weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Indiz hierfür ist nicht zuletzt die deutliche Zurückhaltung bei neuen Stellenmeldungen an die Agenturen für Arbeit, sie liegen gegenüber dem Vorjahr um fast 20 Prozent niedriger", erläutert Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, erläutert die schwache Frühjahrsbelebung im Bundesland.

Gerade im Bereich der Langzeitarbeitslosen spiegelt sich die verhaltene konjunkturelle Entwicklung wider. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Zahl der Arbeitslosen seit zwei Jahren erstmals wieder an (um 770 Personen).

"Hinzu kommt", so Martin weiter, "dass sich der rückläufige Einsatz arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen, auf die Arbeitslosenzahl auswirkt. So sind derzeit beispielsweise fast 40 Prozent weniger 1-EUR-Jobber im Einsatz als noch vor einem Jahr."

Im Bereich der jungen Menschen scheint der Rückgang gestoppt; erstmals seit langer Zeit steigt die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren gegenüber dem Vorjahr wieder an. Rund 17.100 junge Menschen unter 25 Jahren waren im April arbeitslos, das sind 2,5 Prozent (447) weniger als im Vormonat und 0,9 Prozent (149) mehr als im Vorjahr. Die Zahl der über 50-jährigen liegt mit 54.416 auf dem Niveau des Vormonats.

Waldeck-Frankenberg steht besser da

Die Arbeitslosenquote im heimischen Landkreis sank minimal auf jetzt 5,2 Prozent. Das sind 33 Arbeitslose weniger als im März.

So gab es im April 403 neue Jobangebote und damit nur fünf weniger als im März. Insgesamt wurden 805 Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten, das sind 18 Offerten mehr als vor einem Monat. Vor allem das verarbeitende Gewerbe, das Gesundheits- und Sozialwesen, das Gastgewerbe und die Dienstleistungsbranche haben hier den größten Bedarf an neuen Mitarbeitern.

"Die Arbeitslosigkeit geht weiter zurück, das ist selbstverständlich erfreulich", kommentiert Uwe Kemper, Leiter der Agentur für Arbeit Korbach, gibt aber zu bedenken: "Wir liegen mit der aktuellen Arbeitslosenquote erstmals über dem Wert des Vorjahres."

805 offene Stellen

Korbach mit Bad Wildungen:2.124 Menschen ohne Arbeit waren im April in Korbach und Bad Wildungen registriert. Das sind 94 weniger als im März .

Geschäftsstelle Frankenberg: 1.317 Arbeitslose meldet die Geschäftsstelle Frankenberg im Berichtsmonat. Das entspricht einem Zugang um 32 Personen gegenüber dem Vormonat.

Geschäftsstelle Bad Arolsen: 971 Menschen ohne Beschäftigung sind in der Geschäftsstelle Bad Arolsen aktuell erfasst. Im Vergleich zum März sind das 29 mehr.

Im April 2012 wurden 403 neue, offene Stellen von Unternehmen und öffentlichen Arbeitgebern der Arbeitsagentur gemeldet. Das ist ein Rückgang um 5 Offerten gegenüber dem Vormonat. Der aktuelle Stellenbestand beträgt 805 Beschäftigungsmöglichkeiten. Das sind 18 mehr als vor einem Monat.

Ausbildungsmarkt: Gute Zahlen, aber wenige Verträge

Seit Januar wurden der Arbeitsagentur Korbach 1.205 betriebliche Berufsausbildungsstellen gemeldet.  Demgegenüber stehen zum Vergleich 1039 gemeldete Bewerber.

"Die Unternehmen im Landkreis Waldeck-Frankenberg müssen jetzt endlich ihre Ausbildungsverträge abschließen, wenn sie im Herbst die passenden Jugendlichen ausbilden wollen", fordert Jugendbildungsreferent André Schönewolf für die DGB-Jugend Nordhessen. Von 981 Bewerbern wurden bislang nur 214 in eine ungeförderte betriebliche Ausbildung vermittelt, ergebe die DGB-Auswertung des heute veröffentlichten Ausbildungsmarktberichts der Arbeitsagentur Korbach.

"Die beliebte Ausrede der Unternehmen im Herbst, sie würden keine geeigneten Auszubildenden finden, ist wieder absehbar, wenn sie jetzt nicht auf die interessierten Jugendlichen zugehen."

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