Aufbruch der Kirche mit Papst Franziskus

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Korbach. Der Name des Papstes ist gleichzeitig sein Programm, meinte Professor Mette in seinem Vortrag.

Korbach. Rund 70 Zuhörer konnte Prof. Dr. Norbert Mette gut 2 Stunden durch seinen Vortrag in den Bann ziehen. Spannend blieb es bis zuletzt und viele Nachfrager hätten gern noch weiter diskutiert. "Aufbruch der Kirche mit Papst Franziskus?" lautete das Thema, zu dem wieder einmal das katholische Dekanatsbildungswerk Waldeck in der fortgesetzten Reihe "50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil" eingeladen hatte.

Zunächst ging Prof. Mette auf die persönliche Vorgeschichte von Jorge Mario Bergoglio SJ ein, der am 13. März 2013 Papst Franziskus wurde. Er habe in der speziellen Tradition der argentinischen Theologie der Befreiung gestanden, die die spirituelle Dimension der Armen besonders beachte.

Mit dem Namen Franziskus habe der neue Papst bereits ein Programm vorgegeben, das durch den Heiligen Franziskus von Assisi gegeben sei. So habe er in der wahlentscheidenden Rede im Konklave betont "Sie (die Kirche) ist aufgerufen, aus sich selbst herauszugehen und an die Ränder zu gehen. Nicht nur an die geografischen Ränder, sondern an die Grenzen der menschlichen Existenz: die des Mysteriums der Sünde, die des Schmerzes, die der Ungerechtigkeit, die der Ignoranz, die der fehlenden religiösen Praxis, die des Denkens, die jeglichen Elends". Auch habe er "die um sich selbst kreisende Kirche" kritisiert.

Die Pfarreien seien noch nicht in ausreichendem Maße nahe bei den Menschen. Der Bischof müsse sich "bisweilen an die Spitze stellen, um den Weg anzuzeigen und die Hoffnung des Volkes aufrecht zu erhalten.

"Mir ist eine verbeulte Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straße hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigene Sicherheit zu klammern, krank ist" - dieses Papst-Zitat war ja schon vielfach in den Medien zu finden.

Abschließend machte der Referent deutlich, dass er kein "Papstfan" sei und in den letzten Jahrzehnten oft unter und an seiner Kirche gelitten habe. Nun aber gebe es mit Papst Franziskus die Chance zu einem neuen Aufbruch, der aber nur gelingen könne, wenn das Kirchenvolk diesen Weg engagiert mitgehe als "Fußtruppe des Papstes". Lang anhaltender Applaus am Ende des Vortrags machte deutlich, dass er das Herz der Zuhörer gewonnen hatte.

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