Bäume fallen für den Naturschutz am Diemelsee

Anlass der Maßnahme.
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Anlass der Maßnahme.

Am „Kahlen-Berg bei Adorf“ sind abgestorbene und absterbende Nadelbäume gefällt worden, um sehr wertvolle Rasen und Felsspaltenvegetation zu schützen.

Diemelsee. Am „Kahlen-Berg bei Adorf“ wurden abgestorbene und absterbende Nadelbäume entnommen. Auslöser für die Maßnahme war eine hohe Anzahl abgestorbener Kiefern in dem als FFH-Gebiet und Naturdenkmal geschützten Steilhang.

Im Rahmen der Abstimmung zwischen Hessen Mobil, HessenForst, der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Waldeck-Frankenberg wurde schnell klar, dass die Entnahme der Kiefern nicht nur zur Sicherung der Landesstraße notwendig war, sondern auch der Sicherung der wertvollen Lebensräume des FFH-Gebietes und des Naturdenkmals dient.

Im Hang des Kahlen-Bergs, auch Kappenstein genannt, kommen sehr wertvolle Kalk-Trockenrasen und Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation vor, deren Schutz europaweit sicherzustellen ist. Die Trockenrasen sind relativ artenarm und werden von Blaugras dominiert, das durch Arten wie den Frühen Thymian, Schwalbenwurz, Stengellose Kratzdistel, Eiblättriges Sonnenröschen und andere Arten ergänzt wird. Die blaugrasdominierten Kalk-Trockenrasen haben ihr Hauptverbreitungsgebiet in den Alpen und kommen in den deutschen Mittelgebirgen nur als Eiszeitrelikte vor.

Fachgutachter hatten festgestellt, dass die einzige Beeinträchtigung dieser Lebensräume durch eine zu große Beschattung entsteht. Die im Hang stehenden Kiefern waren künstlich eingebracht worden und dementsprechend zur Erhaltung der Trockenrasen nun wieder zu entnehmen. Bei der Entnahme sollten die krüppelwüchsigen Eichen und Buchen, soweit sie nicht auch abgestorben waren, erhalten bleiben. Zum einen, um den Hang zu sichern, zum anderen aber auch, weil sie natürliche Elemente der Kalk-Trockenrasen bilden.

Mit der Ausführung wurde eine Fachfirma beauftragt. Insgesamt haben drei Baumkletterer, drei Personen am Boden, ein Kranfahrer und ein Schlepperfahrer für den schnellen, sicheren und sauberen Ablauf der Maßnahme gesorgt. Innerhalb von drei Tagen wurden 324 Bäume entnommen. Das angefallene Material wird auf der „alten Bundesstraße“ zwischengelagert und anschließend gehackt.

Mit der umfassenden Entnahme der Kiefern im Gefahrenbereich des Straßenbereichs bleibt zu hoffen, dass in den kommenden Jahren auf weitere Straßensperrungen verzichtet werden kann.

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