Ein barrierfreie Burg: In Vöhl wurde das fast Unmögliche möglich

Kai Bremmer  Kreishandwerkerschaft), Klaus-Dieter Seibel  NABU), Hannelore Behle  Landkreis), Jutta Seuring  Nationalpark), Andrea Garthe  Jugendburg), Horst Behle  Aktion für behinderte Menschen), Ömer Balkaya  Stellv. Betriebsleiter Jugendburg). Foto: Berthold Langenhorst
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Kai Bremmer Kreishandwerkerschaft), Klaus-Dieter Seibel NABU), Hannelore Behle Landkreis), Jutta Seuring Nationalpark), Andrea Garthe Jugendburg), Horst Behle Aktion für behinderte Menschen), Ömer Balkaya Stellv. Betriebsleiter Jugendburg). Foto: Berthold Langenhorst

Ein Burg zu erhalten und sie sogar entgegengesetzt ihrer ursprünglichen Funktion „barrierefrei“ zu gestalten, ist der Kreishandwerkerschaft, dem NABU und dem Landkreis gemeinsam ideal gelungen.

n Vöhl. Ein Burg zu erhalten und sie sogar entgegengesetzt ihrer ursprünglichen Funktion „barrierefrei“ zu gestalten, ist der Kreishandwerkerschaft, dem NABU und dem Landkreis gemeinsam ideal gelungen.

Für den inklusionsgerechten Ausbau der heutigen Jugendherberge und gleichzeitigem Veranstaltungsort für Seminare und Weiterbildungen hat die Jugendburg Hessenstein das renommierte Zertifikat „Reisen für Alle“ des Deutschen Seminars für Tourismus Berlin e.V. erhalten.

Im Oktober 2018 waren die deutschen Großschutzgebiete aufgefordert, sich als eine von vier Modellregionen in Deutschland zu bewerben – die Bewerbung des Nationalparks Kellerwald-Edersee war erfolgreich.

Die Zertifizierungskommission zeigte sich bei ihrem Besuch im vergangenen Juli von den zahlreichen Maßnahmen beeindruckt, die die Jugendburg im Rahmen des Ende 2019 abgeschlossenen Umbaus vorgenommen hatte. Das Siegel wurde deshalb gleich in sieben Kategorien erteilt.

So ist die Jugendherberge nun teilweise barrierefrei für Menschen mit Gehbehinderung, Rollstuhlfahrer, Menschen mit Hörbehinderung, gehörlose Menschen, Menschen mit Sehbehinderung und blinde Menschen sowie barrierefrei für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen.

Große Herausforderung siebenfach belohnt

„In dem alten Gemäuer war es nicht einfach, die strengen Kriterien des Zertifikats zu erfüllen“, erklärte die Inklusionsbeauftragte der Jugendburg, Andrea Garthe.

Vor allem für Sehbehinderte und Blinde seien die verwinkelten Gänge und Räume mit teils hervorstehenden Balken eine große Herausforderung. Deshalb setzte das Team der Jugendburg auf die fachliche Expertise der Kooperationspartner Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. und Aktion für behinderte Menschen Waldeck-Frankenberg.

Neu entwickelte Schilder- und Schlüsselsysteme mit Emblem und Gravuren in Relief- und Brailleschrift entstanden.

Am Montag erhielt das Burgteam Urkunde und Plakette aus den Händen der Stellv. Leiterin des Nationalparks Jutta Seuring.

Kreisbeigeordnete Hannelore Behle nahm das Zertifikat zusammen mit NABU-Landeschatzmeister Klaus-Dieter Seibel und Kai Bremmer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft für die Gesellschafter der Jugendburg entgegennahm.

Für die Gesellschafter der Jugendburg ist die Auszeichnung ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu mehr Inklusion.

„Es geht natürlich weiter. Jetzt wollen wir uns darum kümmern, die Beleuchtung auf dem Burghof zu optimieren und die Bildungsprogramme weiter zu entwickeln“, so die Inklusionsbeauftragte Garthe. Zu ihren größten Wünschen gehört ein geländegängiger Rollstuhl für die Walderlebnis-Programme der Jugendburg, damit niemand zurückgelassen werden muss.

Im Rahmen des Projekts „Barrierefreie Naturerlebnisangebote als Impulsgeber für den ländlichen Raum“ wurden neben der Jugendburg Hessenstein weitere Nationalparkpartner aus Beherbergung, Gastronomie sowie Freizeiteinrichtungen ausgezeichnet. Auch Touristinfos und der Nationalparkbahnhof wurden erhoben. Ziel ist, Gästen und Einheimischen mit und ohne Behinderung die Möglichkeit zu geben, die Nationalparkregion selbstbestimmt zu erreichen, zu erleben und zu genießen.

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