Bauamtsleiter gegen Fracking

Nachbarkreis. Der ständige Arbeitskreis der Bauamtsleiter im Landkreis Kassel hat sich zu einer außerordentlichen Beratung getroffen. Wegen des ak

Nachbarkreis. Der ständige Arbeitskreis der Bauamtsleiter im Landkreis Kassel hat sich zu einer außerordentlichen Beratung getroffen. Wegen des aktuellen Antrages nach Erdgas (Schiefergas) in Nordhessen zu suchen (Fracking: wir berichteten).

Hintergrund: Die nicht  auszuschließende Gefährdung des Trinkwassers und der Umwelt durch den geplanten Einsatz giftiger Chemikalien bei der Förderung der Schiefergase. Die Bauamtsleiter empfehlen der Genehmigungsbehörde das "durchaus gegebene fachliche Ermessen" auszuüben und dem Antrag nicht stattzugeben, weil öffentliche Interessen entgegenstehen.

Die Bauamtsleiter der Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel sind sich darüber einig, dass die Förderung von Schiefergasen, besser bekannt als "Fracking-Methode", nicht nur die Umwelt, sondern auch das Trinkwasser in der Region gefährdet. "Durch den geplanten Einsatz von giftigen Chemikalien sind Umweltprobleme und Verunreinigungen im Grundwasser nicht auszuschließen". Zudem sei die Förderung des unkonventionellen Erdgases nicht mit den Kriterien der Energiewende und des Klimaschutzes vereinbar.

Trinkwasserschutz hat Vorrang

"Wir Bauamtsleiter sind in vielen Kreiskommunen für die sichere Trinkwassergewinnung und für den Natur- und Umweltschutz verantwortlich. Schwer wiegt für uns deshalb der unmissverständliche Hinweis des Umweltbundesamtes, wonach zum gegenwärtigen Zeitpunkt wissenschaftlich fundierte Kenntnisse zu den möglichen Auswirkungen auf Umwelt und Natur nicht im ausreichenden Maße vorliegen, um die Risiken abschließend bewerten zu können." Dies gelte insbesondere für potentielle Auswirkungen auf Grund- und Trinkwasservorkommen; auch die umweltverträgliche Entsorgung des Frack und Lagerstättenwassers sei noch nicht vollständig geklärt.

Die Bauamtsleiter können keinen vernünftigen Grund erkennen, "warum jetzt wieder letztlich unkalkulierbare Risiken für Mensch und Natur eingegangen werden sollen, um schwer lösliches Gas zu fördern, das in Deutschland niemand wirklich braucht und das im Falle einer Förderung im großen Stil geeignet ist, die angestrebte Energiewende zu verschieben." Die beantragte Aufsuchung und spätere Förderung der "unkonventionellen Erdgase" ist in diesem Kontext nicht anders zu bewerten, als die Ausbeutung einer weiteren fossilen Energiequelle. In der Ökobilanz ist sie vergleichbar mit dem Abbau von Braun- und Steinkohle und steht damit im krassen Missverhältnis zum Ziel, Nordhessen als Vorzeigeregion in Sachen Erneuerbarer Energie voranzubringen.

Der aktuelle Aufsuchungsantrag muss versagt werden Die zuständige Genehmigungsbehörde hat den unvollständigen Antrag zur Konzessionierung des Erdgasförderers nicht zurückgewiesen, sondern den Städten und Gemeinden zur Stellungnahme zugesendet. Wir weisen diesen ab, da er aufgrund fehlender Informationen nicht prüfbar ist.

Genehmigung durch Darmstadt schon sicher?

Die Bauamtsleiter befürchten, dass  die zuständige Genehmigungsbehörde in Darmstadt dem Antrag eher wohlwollend gegenübersteht: Ein Vertreter der Behörde habe bereit  frühzeitig signalisiert, dass am Ende der Prüfung die Konzession "auch vergeben" werde. DieBauamtsleiter fordern insofern auch die Regionalversammlung auf, sich mit dem Erlaubnisantrag zu befassen und Stellung zu beziehen.

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