Bauern demonstrieren für Agrarwende und mehr Verständnis

Bauern demonstrieren für Agrarwende in Diemelsee und Korbach
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In Diemelsee trafen sich am Freitag 60 Bauern aus der Umgebung zu einem „Mahnfeuer“ im Feld, um mit Kommunalpolitikern und Interessierten ins Gespräch zu kommen.

Die Landwirte haben derzeit eine Menge Probleme: Preisverfall und neue Düngeverordnung sind nur zwei von vielen Themen, die dabei diskutiert werden.

Diemelsee/Korbach. Die Landwirte haben derzeit eine Menge Probleme: Preisverfall und neue Düngeverordnung sind nur zwei Themen. In Diemelsee trafen sich am Freitag 60 Bauern aus der Umgebung zu einem „Mahnfeuer“ im Feld, um mit Kommunalpolitikern und Interessierten ins Gespräch zu kommen.

Sie wollen nicht länger billige Rohstofflieferanten der Lebensmittelindustrie sein. Mit der Umsetzung der neuen Düngeverordnung müssten unter anderem neue Gülle- und Silolagerstätten errichtet und andere Ausbringtechniken angeschafft werden. Die Bauern befürchten, dass diese Investitionen gut 30 Prozent der Betriebe an die Grenzen ihrer Existenz bringt.

Für einen hohen Nitratgehalt auf verschiedenen Flächen seien nicht nur die Landwirte verantwortlich. Hier müssten auch die Kläranlagen in die Pflicht genommen werden. In dem neuen Insektenschutzpaket, beispielsweise dem Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten, sehen sie eine „Zwangsökologisierung“, die am Markt nur mit Verlusten umsetzbar sei.

Das Handelsabkommen mit den „Mercosur“ Staaten Südamerikas gefährde durch billige Importwaren die Versorgung mit sicheren, qualitativ hochwertigen und geprüften Lebensmitteln aus der Region.

Auch in der Kreisstadt gingen die Bauern am Samstag auf die Straße. Sie wollten in erster Linie über ihre Arbeit informieren. Dazu verteilten sie Tragetaschen mit kleinen Geschenken.

Auch in der Kreisstadt gingen die Bauern am Samstag auf die Straße. Sie wollten in erster Linie über ihre Arbeit informieren. Dazu verteilten sie Tragetaschen mit kleinen Geschenken: eine Primel und eine Tüte Naturdünger. Zwei Kühe sorgten für die entsprechende Aufmerksamkeit.

Es gab viele gute, aber auch kontroverse Gespräche, bei denen die Bäuerinnen und Bauern ihre Probleme mit der aktuellen Situation erläuterten. Dazu gibt es die Einladung des Kreisbauernverbandes, landwirtschaftliche Betriebe zu besichtigen: „Kommen Sie ruhig mal näher“, heißt es in dem entsprechenden Flyer. Interessierte könnten sich über modernes Agrarmanagement, „nachhaltigen Ackerbau und fürsorgliche Tierhaltung“ informieren. Auf Anfragen freut sich der Kreisbauernverband: info@kbv-waldeck.de.

Am Rande der Aktion gab es noch die Einladung zur Typisierung für einen an Leukämie erkrankten Landwirt.(rff)

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