Bauern freuen sich über blaues Auge

Region. "Wir sind nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen." So lautete das Fazit des Präsidentes des Hessischen Bauernverbandes,  Fr

Region. "Wir sind nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen." So lautete das Fazit des Präsidentes des Hessischen Bauernverbandes,  Friedhelm Schneider, beim diesjährigen "Erntegespräch", das auf dem Hof von Landwirt Bernd Brüne in Melsungen stattfand. "Wir hatten Schlimmeres erwartet", so Schneider, weshalb das Gesamtergebnis zufriedenstellend sei.

Sorgen bereitete den Ackerbauern in Nordhessen besonders die lange Frostperiode im Winter mit extremen Minustemperaturen, die zu hohen Ausfällen beim bereits im vergangenen Herbst ausgesäten Wintergetreide führte.

Diese Verluste konnten jedoch durch den Umbruch von Flächen und die überdurchschnittlich hohen Erträge beim im Frühjahr neu ausgesäten Sommerweizen fast wieder ausgeglichen werden.  Ebenfalls zufrieden können die Landwirte mit den derzeitigen Erzeugerpreisen sein, die durch Ernteausfälle in den USA, Russland und Südeuropa stark gestiegen sind.  Allerdings profitieren davon nicht alle Bauern.

"Viele haben wie ich bereits vor Monaten Verträge mit den Aufkäufern abgeschlossen", so der gastgebende Bauer Brüne.  Eine Spekulation, die diesmal nicht aufging. Trotzdem ist auch er nicht unzufrieden. "Rund 80 Prozent der Ernte lässt sich heutzutage planen", so der  Ackerbauer, "beim Rest liegen wir weiterhin in Gottes Hand."

Weniger von den Winterfrösten betroffen war der Raps. Trotzdem liegen die Erträge  unter den Erwartungen.      Die Hoffnungen richten sich nun auf den noch zu erntenden Mais, bei dem ein Zuwachs erwartet wird. Ebenfalls gute Erträge werden für die Zuckerrübenernte erwartet "und auch die Kartoffel macht sich gut", so der Bauerpräsident.

Ernste Sorgen machen den Bauern die Preise für Milch und Schweinefleisch. "Wenn sich da nichts ändert, wird es bald kein hessisches Schitzel mehr geben", befürchtet Schneider. Und auch die Molkereien hätten die Pflicht endlich bestmögliche Marktpreise zu verhandeln. Generell sei es durchaus vertretbar, wenn die Verbraucherpreise um vier bis fünf Prozent steigen würden, so betont er.

Richtig ärgern kann sich der hessische Bauerpräsident auch: Und zwar über die aktuelle Diskussion um Biosprit.   "Die energetische Nutzung von Ackerflächen hat keine Auswirkung auf die Hungergebiete dieser Welt", so seine vehement vorgetragene Überzeugung. Helfe aber den Bauern sich ein weiteres Standbein zu schaffen.

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