Beim Lärm außen vor

Bad Arolsen. Der Ausbau des Flughafens Kassel-Calden hat Auswirkungen auf die Region, wirtschaftlich und ökologisch. Calden steht künftig in Konkurr

Bad Arolsen. Der Ausbau des Flughafens Kassel-Calden hat Auswirkungen auf die Region, wirtschaftlich und ökologisch. Calden steht künftig in Konkurrenz zu den Flughäfen  Paderborn-Lippstadt und Hannover.

Der Ausbau des Flughafens geht deshalb einher mit dem Ziel, wichtige Fluglinien an den Flughafen zu binden. Erst kürzlich wurde bekannt, dass es ab Frühjahr 2013 zusätzlich zu den bekannten Flügen nach Zypern weitere sechs Ziele geben wird.

Geflogen werden soll mit Airbusmaschinen des Typs A 319 und A 320.  Je mehr interessante Ziele es gibt, je mehr gestartet und gelandet wird, desto attraktiver ist der Flughafen für die potentiellen Fluggäste.

Jede Start- und Landebewegung stellt aber auch eine Beeinträchtigung des Umlandes dar.

Die möglichen An- und Abflugrouten werden derzeit geplant. Betroffen sein könnte davon auch der Bad Arolser Ortsteil Landau und der Twistesee, wo eventuell die Flugzeuge tiefer in die Start- und Landungszone fliegen.Im Moment befasst sich der Landkreis Waldeck-Frankenberg noch nicht mit einer möglichen Lärmbeeinträchtigung. Man wolle erst konkretere Informationen abwarten, sagte uns auf Anfrage der Pressesprecher des Landkreises Dr. Hartmut Wecker. Die Lärmbeeinträchtigung zu bewerten, obliegt der Lärmschutzkommission.

In dieser Kommission sind bislang Ahnatal, Breuna, Calden, Ersen, Fuldatal, Staufenberg, Grebenstein, Hofgeismar, Immenhausen, Liebenau, Vellmar, Wolfhagen, Zierenberg, Hann. Münden und Warburg verteten. Nach Aussage des RP Pressesprechers Michael Conrad obliegt die Entscheidungsgewalt, welche Gemeinde in der Kommission vertreten ist, deren Leiter, dem Grebensteiner Bürgermeister Danny Sutor.

Bad Arolsen war und ist nicht vertreten. Zumindest Bürgermeister Jürgen van der Horst hat jetzt einen Fuß in der Tür.Nach seiner Intervention ist er am 25. Juni bei der in Kassel stattfindenden Lärmschutzkommissionssitzung als "nicht stimmberechtigt" eingeladen, "ein Hoffnungsschimmer, aber mehr auch nicht".

Nur knapp vier Wochen Zeit blieben der Kommission zur Abwehr des Fluglärms, um die kurzfristig von der Deutschen Flugsicherung (DFS) vorgelegten Streckenvarianten für die An- und Abflüge zu bewerten und sich – möglichst einstimmig – auf bestimmte Routen festzulegen. Nach der Sitzung am morgigen Montag will die Kommission ihre "Wahl" öffentlich machen.

Mehr Kommunen betroffen, als ursprünglich angenommen

Schon jetzt steht fest: Es werden mehr Kommunen betroffen sein, als ursprünglich angenommen. Denn die DFS-Routenvarianten, die kurz vor der für den 12. Juni terminierten Sitzung eintrudelten, sehen u. a. auch Abflug- und Anflugschneisen über Kassel, Bad Emstal, Breuna oder Hann. Münden vor. Kurzfristig mussten den Vertretern dieser Kommunen im Rahmen einer Informationsveranstaltung am 11. Juni beim Regierungspräsidium die von der DSF erarbeiteten Routen vorgestellt und erläutert werden. Folgerichtig kritisierten einige der neu hinzugekommenen Lokalpolitiker den aus ihrer Sicht zu kurzen Zeitrahmen  und die Tatsache, dass sie in der Kommission kein Stimmrecht besitzen.

Abwechselnde Lärmbelästigung

Unabhängig von den für die morgige Sitzung angeforderten Informationen über die in den Gemeinden zu erwartenden Überflughöhen und Lärmbelastungen beschäftigten sich Teilnehmer in der letzten Sitzung bereits mit den einzelnen Routenvarianten. Der Vorsitzende der Kommission, Danny Sutor, appellierte wiederholt an die Solidarität unter den Mitgliedern: "Beim Votum muss die Lärmbelastung so verteilt werden, dass nicht immer dieselben Gemeinden im Nahbereich des Flughafens einseitig belastet werden!" Unter Berücksichtigung geringfügiger Modifikationen – für deren Umsetzung der DFS-Vertreter keine Probleme sah – verabschiedete man neun von elf Abflugvorschlägen einstimmig und zwei mit deutlicher Mehrheit.

Schwieriger  war die Festlegung bei den Anflugvarianten, lagen hier doch keine vegleichbaren Bewertungstabellen vor. Stattdessen wurden die Anflugpunkte F1 und F2 (siehe Karte) als Kriterium genommen. Unter Protest von Hann.Mündenlegte man sich mit 12 Ja, zwei Nein und sechs Enthaltungen auf F2 fest. Die auf der Karte eingetragenen Routen sollen ebenfalls "optimiert" werden. So geht die DFS beispielsweise davon aus, dass Kassel eher diagonal überflogen wird.

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