Ein Traum wird wahr: Stephan Leyhe setzt sich in Willingen erstmalig die Krone auf

Stephan Leyhe hat sich, seiner Heimat und seinen Fans den wohl größten Traum erfüllt.
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Stephan Leyhe hat sich, seiner Heimat und seinen Fans den wohl größten Traum erfüllt.

Bereits zum Auftakt am Freitag musste der Trainingsdurchgang nach 36 Skispringern bei starkem Wind abgebrochen werden. Für den 28-Jährigen Lokalmatadoren Leyhe begann das Wochenende dennoch optimal.

Willingen - Obwohl die Qualifikation auf Samstag verschoben werden musste, gelang Stephan Leyhe ein fulminanter Sprung auf 145,5 Meter, was ihm den Qualisieg brachte und das Stadion erstmals euphorisierte.

Mit diesem Sprung sicherte sich Leyhe gleichzeitig 3.000 Euro Preisgeld und die Führung in der „Willingen 5-Wertung“. Selbst Ski-Club Präsident und OK-Chef Jürgen Hensel meinte: „Wenn Stephan in Willingen gewinnt, spielen wir ihm nach der Nationalhymne auch noch das Waldecker Heimatlied.“ Sie ist die eigentliche Nationalhymne im nördlichen Landkreis.

Die Zeichen standen auf Ausnahmezustand am Samstag. Leyhe setzte sich beim Einzelspringen mit seinen 144,5 Metern vor den bis dato führenden Polen Kamil Stoch. Dank seinen vorausgegangenen 139,5 Metern konnte er sich schließlich die Krone vor rund 23.500 Fans aufsetzen. Der Ski-Club Präsident hielt sein Versprechen, was die Musik anging.

Stephan Leyhe war überglücklich und selbst etwas sprachlos: „Ich weiß nicht genau, was ich sagen soll. Es war schon immer etwas Besonderes für mich, hier in Willingen zu springen, aber dieses Jahr bin ich in sehr guter Form hierhergekommen und ich wollte gut springen. Ich habe immer gesagt, dass ein Top-10-Ergebnis gut wäre, aber ich habe auf ein Podium gehofft. Ich habe wirklich nicht daran gedacht, meinen ersten Sieg hier zu holen. Ich denke, die mentale Stärke hat mit dem Alter zugenommen. Ich bin jetzt 28 und trete hier zum vierten oder fünften Mal an, damit ich weiß, wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Ich weiß, dass ich gut springen kann, das weiß jeder hier und deshalb muss ich nichts beweisen“, sagte er bei der anschließenden Pressekonferenz.

Für Leyhe, der inzwischen im Schwarzwald lebt und trainiert, aber weiter für den SC Willingen antritt, hat in seiner Karriere bisher zweimal in einem Einzelspringen auf dem Podium gestanden, zuletzt in der Vorwoche als Zweiter im japanischen Sapporo.

„Heute war er soweit. Er war heute der Beste. Ich bin total erleichtert, dass er das hier bei seinem Heimspiel geschafft hat. Jetzt gehen wir feiern“, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher. Zweitbester Deutscher wurde der Oberstdorfer Karl Geiger als Fünfter. Im Gesamtweltcup büßte der Tournee-Dritte damit weiter Boden auf Spitzenreiter Stefan Kraft (Österreich) ein, der Vierter wurde und nun 68 Punkte vor Geiger liegt. Die weiteren Deutschen Constantin Schmid, Pius Paschke und Markus Eisenbichler belegten die Plätze 21, 24 und 26. Richard Freitag war im ersten Durchgang auf Rang 31 ausgeschieden.

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