Beispielhafte Bergheiden: Projekt im Upland ist von europäischer Bedeutung

Oben: Die Beweidung durch Schafherden ist eine wesentliche Maßnahme, um den Erhalt der Heideflächen nachhaltig zu sichern. Unten: Manuela Köhne Vorsitzende der Zweckverband Naturpark Diemelsee), Ruth Bindewald Biologische Station HSK), Dieter Pollack, Benedikt Wrede beide Naturpark Diemelsee) Holger Krafft, Prof. Dr. Thomas Fartmann, Heinrich Zölzer Erster Beigeordneter Gemeinde Diemelsee), Werner Schubert, Biologische Station HSK) und Dirk Hesse Landwirt).
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Oben: Die Beweidung durch Schafherden ist eine wesentliche Maßnahme, um den Erhalt der Heideflächen nachhaltig zu sichern. Unten: Manuela Köhne Vorsitzende der Zweckverband Naturpark Diemelsee), Ruth Bindewald Biologische Station HSK), Dieter Pollack, Benedikt Wrede beide Naturpark Diemelsee) Holger Krafft, Prof. Dr. Thomas Fartmann, Heinrich Zölzer Erster Beigeordneter Gemeinde Diemelsee), Werner Schubert, Biologische Station HSK) und Dirk Hesse Landwirt).

„Das Projekt hier im Sauerland und Upland hat mitteleuropäische Bedeutung“, weiß Eckhard Jedicke, Professor für Landschaftsentwicklung an der Hochschule Geisenheim. Aufgrund der Größe der Bergheiden und der Entwicklung sei das Projekt ein positives Beispiel für andere Regionen. Beispielhaft sei auch das Engagement aus der Region heraus.

Willingen. Aufgrund des kühlen Wetters im Frühjahr steht das farbenprächtige Schauspiel der Heideblüte noch bevor. Dennoch genossen rund 100 Teilnehmer des diesjährigen Hochheidetags die Natur auf dem Kahlen Pön in vollen Zügen bei geführten Exkursionen zur Entstehung der Bergheiden und notwendige Pflegemaßnahmen zum Erhalt dieser Flächen.

Ein Wanderschäfer war mit seiner rund 800 Kopf starken Herde aus Schafen und Ziegen in der Heide und informierte die Teilnehmer zu allen möglichen Themen von der Wasserversorgung seiner Tiere bis hin zum Wolf. Spirituelle Anregungen gab ein ökumenischer Gottesdienst. Bei Exkursionen erklärten Experten Geschichte und typische Heidevegetation.

Lehrreiche Ausstellungen und Aktionen für Kinder rundeten an der Graf Stolberg Hütte das Programm ab. Der vierte Hochheidetag war zugleich der letzte, der im Rahmen des Förderprojektes „Bergheiden im Rothaargebirge“ stattfand.

„Das Projekt hier im Sauerland und Upland hat mitteleuropäische Bedeutung“, weiß Eckhard Jedicke, Professor für Landschaftsentwicklung an der Hochschule Geisenheim. Aufgrund der Größe der Bergheiden und der Entwicklung sei das Projekt ein positives Beispiel für andere Regionen. Beispielhaft sei auch das Engagement aus der Region heraus. „Wir mussten hier nicht bei null anfangen, sondern haben von der bereits zuvor geleisteten Arbeit profitiert.“

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sei die Heide bis auf 2 Prozent der ursprünglichen Fläche zurückgegangen, schildert Holger Krafft von der Biologischen Station des HSK. Seit den 80er Jahren sei diese Fläche durch ehrenamtliche Pflegeeinsätze und professionelle Maßnahmen gesichert und Schritt für Schritt wieder vergrößert worden. Der vorerst letzte Schritt in diese Richtung war der Start des Bergheiden-Projektes 2017.

In den vergangenen vier Jahren haben die Akteure durch das Abtragen der oberen Schichten im Form von Schoppern oder Plaggen für die Verjüngung der Heide gesorgt. Das so gewonnene Material dient der Neuansiedlung der Pflanzen auf Rekultivierungsflächen.

Die Auswirkung der diversen Maßnahmen auf die unterschiedlichen Pflanzen und Tiere wurde in wissenschaftlicher Begleitung durch Prof. Dr. Fartmannn und sein Team von der Uni Osnabrück erfasst und ausgewertet. Die Beweidung durch Schafherden ist eine wesentliche Maßnahme, um den Erhalt der Heideflächen nachhaltig zu sichern. Denn der Verbiss sorgt dafür, dass Gras, Bäume und Büsche die Heidesträucher nicht nach und nach überwuchern. Für die einzelnen Heideflächen haben die Projektverantwortlichen verschiedene Wanderschäfer gewonnen. Da diese nur schwer wirtschaftlich arbeiten können, werden sie beispielsweise aus Projektmitteln in der Wasserversorgung der Tiere, bei der Zufütterung oder der Verwertung von Fleisch und Wolle unterstützt.

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