Bereitschaftsdienst soll einheitlicher werden

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Waldeck-Frankenberg. Die ärztlichen Bereitschaftsdienste sollen im Landkreis Waldeck-Frankenberg einheitlichere Strukturen bekommen.Die hohe Zahl von

Waldeck-Frankenberg. Die ärztlichen Bereitschaftsdienste sollen im Landkreis Waldeck-Frankenberg einheitlichere Strukturen bekommen.

Die hohe Zahl von Bereitschaftsdiensten soll damit gesenkt werden. Sie wirke laut Kreisverwaltung abschreckend auf den medizinischen Nachwuchs. Und bei der schrumpfenden Zahl an Hausärzten sei eine schnelle Verbindung zum Bereitschaftsdienst umso wichtiger.

Der Landkreis möchte dem Modell aus Heppenheim an der Bergstraße folgen. Dort wird die Disposition des ärztlichen Bereitschaftsdienstes über die Leitstelle des Landkreises sichergestellt. Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf, der zuständige Dezernent für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz in Waldeck-Frankenberg, hält diese Organisationform für vorbildlich. In Teilbereichen des Landkreises läuft bereits seit 15 Jahren ein vergleichbares Verfahren. "Die Koordinierung der Bereitschaftsdienste und der Notfalleinsätze läuft im Bezirk Bad Wildungen/Edertal schon seit 1997 über die Leitstelle", so Deutschendorf. "Mittlerweile schalten auch einige Ärzte aus dem Bereich Frankenberg an den Bereitschaftstagen ihr Telefon auf unsere Leitstelle".

Das hat aus Sicht des Rettungsdienstdezernenten viele Vorteile. Die Mitarbeiter der Leitstelle sind medizinisch geschult und haben mindestens eine Ausbildung als Rettungssanitäter. Anhand der Details des jeweiligen Hilfeersuchens sind sie in der Lage eine Entscheidung zu treffen, welche Form der Hilfeleistung im konkreten Fall notwendig ist, ob also der Patient in der Lage ist, selbst die Praxis aufzusuchen, ob der Arzt einen Hausbesuch machen muss, oder ob die Alarmierung des Rettungsdienstes und ggf. des Notarztes angezeigt ist.

Die Gemeinden Willingen und Diemelsee sowie die Stadt Diemelstadt gehören dem Bereitschaftsdienstbereich der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe an, dessen Callcenter sich in Duisburg befindet. Volkmarsen, Bad Arolsen und Twistetal habe sich dem Bereitschaftsdienst Wolfhagen angeschlossen, dessen Telefonzentrale bei der Berufsfeuerwehr in Frankfurt installiert ist.

Deutschendorf: "Die Kenntnis regionaler, räumlicher und zeitlicher Besonderheiten ist sicher in der Leitstelle des Landkreises eher gegeben als in einem mehrere hundert Kilometer entfernten Callcenter". Der Dezernent sieht hier einen entscheidenden Zeitvorteil für den Betroffenen. Eine Vereinfachung und Vereinheitlichung der Organisationsstrukturen sei daher für unverzichtbar. "Wir haben hier immer noch zu viele Einzellösungen. Zum Beispiel in Korbach, wo die Ärzte eine einheitliche Rufnummer eingerichtet haben, die zum jeweils Diensthabenden durchgestellt wird". Außerdem gebe es Hinweise, dass die Ärzte in Bad Wildungen und Edertal, möglicherweise auch in Waldeck, einen Verbund mit Fritzlar eingehen wollen. Die Telefonzentrale wäre dann in Frankfurt. "Eine fremde Telefonvorwahl, die man regional nicht zuordnen kann, wirkt möglicherweise auf ältere Mitbürger wenig vertrauenserweckend oder sogar abschreckend", meint Jens Deutschendorf.

Laut Kreisverwaltung plant die Kassenärztliche Vereinigung Bereitschaftsdienstbereiche zukünftig mit mindestens 50 bis 60 Ärzten, um die individuelle Belastung in Grenzen zu halten. Eine Zusammenlegung der Bereitschaftsdienste im Altkreis Frankenberg mit der Zentrale im Kreiskrankenhaus Frankenberg sei geplant. Die Kassenärztliche Vereinigung wolle zudem, für ganz Hessen zwei oder maximal drei Callcenter einrichten und stellt den Ärzten, die sich dort anschließen, eine Übernahme der Anschluss- und Betriebsgebühren in Aussicht.

Der Hessische Landkreistag mache indes der Kassenärztliche Vereinigung Hessen zur Zeit ein Angebot mit dem Ziel, dass die Anrufe für den Vertragsärztlichen Bereitschaftdienst zukünftig bei der jeweils zuständigen Zentralen Leitstelle der Landkreise eingeht.

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