Besonderes Happy End: Gestohlene Handtasche taucht nach rund 20 Jahren wieder auf

Zwei strahlende Gesichter: Andrea Spangenberg freut sich über das alte Foto ihrer damals noch kleinen Tochter.
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Zwei strahlende Gesichter: Andrea Spangenberg freut sich über das alte Foto ihrer damals noch kleinen Tochter.

Ein längst vergessener Diebstahl sorgte kürzlich noch einmal für Aufregung, denn nach gut zwei Jahrzehnten tauchte das Diebesgut in Teilen wieder auf.

Bad Wildungen - Yvonne Ruppel fand zufällig eine alte Handtasche und konnte sie kurze Zeit später ihrer Besitzerin Andrea Spangenberg wiedergeben.

„Ich ging am Eselspfad spazieren und habe als Umwelt-Fan wie immer etwas Müll aufgelesen“, erzählte die 30-Jährige, „dabei bin ich unter anderem auf etwas aus Leder gestoßen“.

Um den Baum, an dem das Fundstück lag, habe sich der Efeu geschlängelt und sei wohl im Laufe der Zeit auch durch die Tasche hindurch gewachsen, beschrieb sie die Auffindesituation.

„Im Innern herrschte emsiges Treiben, denn dort hausten mindestens ein Dutzend Asseln“, fuhr sie fort, „erst dann habe ich erkannt, dass es eine Damen-Handtasche ist und das hat natürlich meine Neugier geweckt“. Schon als Kind sei sie mit ihrem Vater auf Schatzsuche gewesen und habe später sogar mal Archäologie studiert.

Bei genauerem Hinsehen erkannte sie ein Portemonnaie und ein Kajal-Stift – allem Anschein nach alles Markenware. Beim Blick in die Geldbörse kamen diverse Karten, der Personalausweis, der Blutspenderpass, ein Kinderfoto, eine Goldkette, eine Brosche sowie ein paar D-Mark-Münzen zum Vorschein und in einem weiteren Fach sogar ein Parfümfläschchen.

„Manches klebte zusammen, ich habe dann vorsichtig die Krankenkassenkarte herausgelöst“, beschrieb die Finderin ihre weitere Vorgehensweise. „Der Name und das Geburtsdatum waren tatsächlich noch lesbar“, so die Hobby-Detektivin weiter, „meine Mutter konnte -Andrea Spangenberg- dem gleichnamigen Maler-Betrieb in Bad Wildungen zuordnen“. Nach einem kurzen Telefonat trafen sich Finderin und Eigentümerin im Hause Spangenberg, um die Überbleibsel genauer unter die Lupe zu nehmen. Zuvor erzählte sie jedoch erst einmal die dazugehörige Geschichte:

„Vor über 20 Jahren war ich mit meinen Freundinnen im Studio AZ zum Tanzen, als ich später nachhause wollte, war plötzlich meine Handtasche weg. Am nächsten Tag habe ich den Verlust bei der Polizei angezeigt - schließlich waren alle meine Papiere in der Tasche und obendrein etwa 70 D-Mark“. Im Hellen habe sie noch einmal rund um die Diskothek gesucht, blickte die heute 57-Jährige zurück, in der Hoffnung, dass die Tasche eventuell im Gebüsch gelandet war – leider ohne Erfolg. Wie sich jetzt herausstellte, hatte sie der Dieb auf Höhe des Eselspfads vermutlich aus dem Autofenster geworfen, also gut 1000 Meter von der Diskothek entfernt. Bei Kaffee und Kuchen stöberten die beiden Frauen nun mit großer Freude in der interessanten Fundsache - unter anderem wurde das Foto im alten Führerschein wieder sichtbar gemacht und das Parfümfläschchen versprühte sogar nach über 20 Jahren noch seinen Duft. Zum Abschied bedankte sich Andrea Spangenberg mit einer guten Flasche Sekt bei Yvonne Ruppel – beide haben fortan eine Geschichte mit besonderem Happy End zu erzählen.

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