Bier & Psalme

Von der Kneipe zur KircheVon Ralf FeldmannKorbach. Ein alter Felsenkeller unter dem Gemeindehaus der Freien evangelischen Gemeinde, etwa 7 Meter

Von der Kneipe zur Kirche

Von Ralf FeldmannKorbach. Ein alter Felsenkeller unter dem Gemeindehaus der Freien evangelischen Gemeinde, etwa 7 Meter unter der Erdoberflche und etwa 6 mal 12 Meter gro, ist ein Relikt aus Zeiten, in denen auf dem Areal ganz andere Freizeitgestaltung angesagt war. Frher spielte hier Tanzmusik und Trinklieder wurden gesungen. Heute erklingen traditionelle und moderne Weisen zum Lobe Gottes.

Immerhin liegt ja auch ein Jahrhundert dazwischen: Das Gemeindehaus der Freien evangelischen Gemeinde in Korbach in der Arolser Landstrae 24 wurde in den Jahren 1982/83 erbaut. Ungefhr hundert Jahre vorher gab es hier ein Vergngungs-Etablissement, bestehend aus einer Musikhalle, einem Konzert- und Tanzsaal und einer Kegelbahn. Viele Korbacher und Ausflgler aus Nah und Fern vergngten sich hier bei Festen und Feiern. In der Stadtgeschichte findet der Schmalzsche Felsenkeller lediglich Erwhnung bei den Feierlichkeiten zur Einweihung der Waldeccia 1878. Nach Feuer und Wiederaufbau wurde das Gastgewerbe bis zum Anfang der zwanziger Jahre genutzt, dann verliert sich die Spur des Gebudes.

Erbaut hatte Gastwirt Friedrich Schmalz vor ungefhr 150 Jahren zunchst den Felsenkeller, dann die Gaststtte und ein Wohnhaus, das heute noch steht. Schmalz besa eine Gaststtte in der Kirchstrae und baute spter das Bahnhofshotel Frst zu Waldeck. Da es noch keine Khlanlagen gab, wurde Eis zur Khlung des Bieres verwendet, das wiederum in den heien Monaten in so genannten Felsenkellern unterirdisch aufbewahrt wurde. Der Felsenkeller hatte drei Eingnge an unterschiedlichen Seiten, von denen zwei heute zugeschttet sind. Dass es einen unterirdischen Gang gab zur ehemaligen Kilians - Brauerei, die von 1908 bis 1914 Bier braute (heutiges EWF Gebude), lsst sich nicht eindeutig belegen. Im zweiten Weltkrieg diente der Keller als Luftschutzbunker, ein Lftungsschacht wurde angebracht und Sttzbalken eingezogen. Danach verschwand er wieder unter einigen Metern Erde und auch aus dem Gedchtnis.

Als die Freie ev. Gemeinde das Grundstck erwarb und im Jahr 1982 mit der Errichtung ihrer Kirche begann, fand der Bagger den Eingang zu dem Gewlbe. Nach lngeren Diskussionen wurde der Bauplan etwas abgendert und der Gewlbekeller per Treppe an das Untergeschoss angeschlossen. In wochenlanger Eigenleistung wurde der Raum von Sand und Schmutz befreit, die Deckenkonstruktion fachgerecht saniert, die Lftung wieder in Betrieb genommen und Licht angebracht.

Bei greren Veranstaltungen werden dort schon mal Getrnke eingelagert. Gelegentlich wird der Raum fr besondere Veranstaltungen genutzt, wie Feiern, Silvesterparty, Kindergottesdienst oder Dichterlesung. Es herrscht Sommer wie Winter mit ungefhr 7 Grad fast immer gleich bleibende Temperatur, teilt Pastor Johannes Helmer mit und wnscht sich, dass der Keller zuknftig wieder regelmiger Verwendung findet, denn er ist ein echtes Highlight in seiner Gemeinde.

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