Bilanz zum „Hessenluchs“

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Luchsfamilie. Foto: Wildpark Knuell

Nordhessen. Die Luchse erobern unsere Region. Dass die Wildkatzen sogar in unseren Wäldern geboren werden, beweist eine Fotoaufnahme aus dem Bereich

Nordhessen. Die Luchse erobern unsere Region. Dass die Wildkatzen sogar in unseren Wäldern geboren werden, beweist eine Fotoaufnahme aus dem Bereich des Melsunger Forstreviers. Denn um den Pinselohren  auf die Spur zu kommen, hatten  der Arbeitskreis Hessenluchs und Hessen-Forst im vergangenen Jahr zahlreiche Fotofallen aufgestellt. Und das Knipsen hat sich gelohnt.

Gerd Bauer, Koordinator im  Arbeitskreis Hessenluchs, Thomas Norgall vom BUND und Stefanie Fester, Mitglied im Landesvorstand des NABU Hessen,  sind mehr als zufrieden: "Dieses tolle Ergebnis übertrifft unsere Erwartungen." In zehn Fällen lösten freilebende Luchse 2011 die automatische Kameras an fünf Standorten aus und erzeugten so 47 einzelne Fotos, berichtet Gerd Bauer, Koordinator des AK Hessenluchs.

Wie viele Luchse in den Wäldern genau leben, wissen jedoch selbst die Experten nicht. "Die Luchse sind an den Beinen nur gering gefleckt. Deswegen besitzen sie keine eindeutigen Merkmale, an denen man feststellen könnte, ob es sich um den gleichen,oder um verschiedene Luchse handelt."

 Trotzdem habe man viele wichtige Erkenntnisse mit der Aktion, die erst einmal bis September des Jahres fortgesetzt werden soll, sammeln können.Ein Fotobeweis, dass Luchse in unseren Wäldern sogar geboren werden, gelang in der Revierförsterei Melsungen. Dort enstand ein Foto, dass eine Luchsin mit zwei Jungen zeigt.

"Neben den Fotofallen sind wir aber vor allem auf Hinweise Drittter wie Wald-Spaziergänger und Jäger angewiesen", so Luchsbeauftragter Christian-Peter Foet.Eindeutiger Schwerpunkt der Luchsnachweise in Hessen sind die Wälder der Forstämter Melsungen und Hessisch Lichtenau.  Hier gelangen in den zurückliegenden 15 Jahren zahlreiche Feststellungen des Luchses. Nachdem vor zwei Jahren der im Harz besenderte Jungluchs "M2" in dieses Waldgebiet eingewandert war und 2010 dann einem Wanderer Filmaufnahmen einer Luchsin mit Jungtier gelangen, startete der Arbeitskreis Hessenluchs die Fotofallen-Kampagne. 

Eindeutig identifiziert wurden anhand der Fotos zwei verschiedene Luchse. Sicher ist, dass zumindest in der ersten Hälfte des Jahres 2011 vier Luchse, nämlich ein Weibchen mit mindestens zwei Jungtieren und mindestens ein erwachsener männlicher Luchs im Gebiet lebten. Möglicherweise lebten aber auch mehr Luchse in diesem Waldgebiet.

Luchs lag tot im Wald

Dass Luchse es auch in Hessen schwer haben, zeigt ein Skelettfund aus der Söhre. Hier konnte nur noch der Schädel eines erwachsenen Luchses geborgen werden. Im Oktober 2011 wurde ein "halberwachsener" Luchs tot im Untersuchungsgebiet gefunden. Als Todesursache ermittelte die Universität Gießen akutes Herz-Kreislaufversagen als Folge einer massiven Abmagerung.

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