Biodiversität fördern

Waldeck-Frankenberg. Durch menschliche Eingriffe und Raubbau in allen Bereichen der Natur nimmt die biologische Vielfalt immer mehr ab. Darum beschlos

Waldeck-Frankenberg. Durch menschliche Eingriffe und Raubbau in allen Bereichen der Natur nimmt die biologische Vielfalt immer mehr ab. Darum beschloss der Europäische Rat 2002 ein Übereinkommen, um diesen Trend zu stoppen. Unter dem Namen FFH (Fauna-Flora-Habitat-Gebiete) soll die Artenvielfalt in europaweit vernetzten Schutzgebieten bewahrt werden. Die Summe aller lebenden Organismen in einem tadellos funktionierenden Ökosystem ist die Lebensgrundlage aller Menschen. Im Fachsachargon spricht man von Biodiversität.Der erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf und der Fachbereichsleiter der unteren Naturschutzbehörde, Hartmut Kaiser, informierten über die Umsetzung der FFH-Richtlinie im Landkreis. Betreffend die Bereiche Windkraft, Grünlandumbruch, Gewässerrenaturierung und Invasive Pflanzenarten. Da über die Nutzung der FFH-Gebiete in den meisten Fällen der Regierungspräsident (RP) das letzte Wort hat, versucht der Landkreis in Absprache mit dem RP eine allgemein gültige Richtlinie für Waldeck-Frankenberg aufzubauen. Damit soll Rechtssicherheit für alle Beteiligten geschaffen und Rechtsstreitigkeiten vorgebeugt werden. Außerdem soll einer Amtshaftung des Landkreises vorgebeugt werden.Einerseits möchte man Strom aus Windkraft, andererseits keine ,,Verspargelung" der Landschaft, auch um den Tourismus nicht zu gefährden. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg vertritt die Meinung, dass Windkraftanlagen in FFH-Gebieten nicht errichtet werden dürfen. So wurde geplanten Anlagen in Lichtenfels und bei Bromskirchen keine Genehmigung erteilt.Naturschützer stellen fest, dass Grünlandflächen zunehmend als Ackerland umgestaltet werden. Ein Hektar Dauergrünland bindet je nach Bodenbeschaffenheit jährlich 20 bis 50 Tonnen CO² mehr als eine Ackerfläche gleicher Größe. Daher soll beim Grünlandumbruch in FFH-Gebieten zukünftig generell eine Genehmigung des Kreises erforderlich sein. Bei Genehmigungen soll es zu Ausgleichsabgaben kommen, die wiederum dem Naturschutz zugeführt werden. Hartmut Kaiser sieht im Grünland einen Eckpfeiler der Biodiversität. Auch die Gewässerrenaturierung sei wichtig für den Artenschutzerhalt. Der Landkreis beteiligt sich als Untere Naturschutzbehörde mit Mitteln aus der Ausgleichsabgabe an verschiedenen Renaturierungsplanungen und Maßnahmen.Bei den invasiven Pflanzenarten hat die untere Naturschutzbehörde besonders den Riesenbärenklau (Bild) und die Beifuß-Ambrosia im Visier. Durch den Erfahrungsaustausch mit Gemeinden, Forstämtern und anderen Naturschutzbehörden versucht der Landkreis die Bekämpfungsmethoden zu optimieren. Jeder Gartenbesitzer sollte solche Pflanzen mit Wurzel sofort vernichten.31,4 Prozent der Kreisfläche sind bisher als FFH-Gebiet gesichert.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Polizei gibt weitere Details preis zu den Verletzten beim Großbrand in Bromskirchen

Bei dem Brand in Bromskirchen am 18. Januar 2020 sind entgegen der ersten Annahmen insgesamt neun Personen verletzt worden.
Polizei gibt weitere Details preis zu den Verletzten beim Großbrand in Bromskirchen

Explosionsartig stand das Fachwerkhaus in Flammen

Erst gab es einen Knall, dann stand das Fachwerkhaus an der Hauptstrasse plötzlich in Vollbrand, erinnerte sich ein Anwohner zum Geschehen am Samstagmorgen in …
Explosionsartig stand das Fachwerkhaus in Flammen

Verheerender Brand eines Fachwerkhauses in Bromskirchen mit Verletzten

Am Samstag, 18. Januar 2020, kam es zum Brand eines Wohnhauses in Bromskirchen, Hauptstraße 21. Gegen 7.20 Uhr bemerkte ein Nachbar das Feuer und verständigte den Notruf.
Verheerender Brand eines Fachwerkhauses in Bromskirchen mit Verletzten

Sieg der Vipers gibt Hoffnung vor dem nächsten Brocken

Die Vipers haben Wiedergutmachung geleistet. Nach dem verpassten Pflichtsieg gegen den Tabellennachbarn Mainz, punkteten die Bad Wildunger fulminant gegen das jüngste …
Sieg der Vipers gibt Hoffnung vor dem nächsten Brocken

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.