Bitte ein BID: Eigentümer wollen Fußgängerzone in Frankenberg mit 350.000 Euro beleben

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Die Fußgängerzone in Frankenberg hat sich in den vergangenen Jahren bereits gewandelt.

Die Fußgängerzone ist seit Jahresbeginn offiziell ein Business Improvement District (BID), also ein Innovationsbereich. Anliegende Eigentümer finanzieren das Projekt zur Belebung der Fußgängerzone, doch das System ist nicht unumstritten.

Frankenberg - „Die Innenstadt ist unser Wohnzimmer“, erklärte Bürgermeister Rüdiger Heß bei der Jahreshauptversammlung des Kaufmännischen Vereins in Frankenberg. „Wir müssen wieder mehr Leben in die Fußgängerzone bekommen.“ Um dies zu realisieren wurde zu Jahresbeginn das BID-Projekt gestartet, das über einen Zeitraum von drei Jahren läuft.

BID steht für Business Improvement District und meint einen sogenannten Innovationsbereich, der durch verschiedenste Maßnahmen und Aktionen wieder attraktiver gemacht werden soll. In Frankenberg erstreckt sich der BID von der Volksbank in der Bahnhofstraße bis zum Café „Nostalgie“ in der Ritterstraße. „Wir wollen in diesem Bereich den Einzelhandel gezielt nach vorne bringen“, erklärte David Grassinger, Vorsitzender des eigens gegründeten BID-Vereins „Interessengemeinschaft Neustadt Frankenberg (Eder)“.

Damit dies gelingt, sollen zukünftig regelmäßige Veranstaltungen in der Fußgängerzone stattfinden. Auch einen wöchentlichen Frischemarkt soll es ab Mai 2018 geben, der allerdings nicht in Konkurrenz zum samstäglichen Wochenmarkt stattfinden soll, sondern als ergänzendes Angebot. „Einkaufen soll ein Erlebnis sein“, meint Grassinger. Deshalb wurde im vergangenen Monat auch bereits eine neue Weihnachtsbeleuchtung in der Fußgängerzone getestet, die dann in der Adventszeit für die passende Atmosphäre sorgen soll.

Das wohl größte Problem im BID-Bereich ist jedoch der Ladenleerstand. Durch das Projekt, soll es möglich sein, Läden auch für kürzere Zeiträume anzumieten, um Jungunternehmern, aber auch Künstlern die Chance zu bieten, ihre Geschäftsideen, Konzepte und Kunst zu präsentieren – und das für eine weitaus geringere Miete oder gar umsonst.

„Dieses Konzept erlaubt es uns gewisse Betriebe aus der Fußgängerzone herauszuhalten“, erklärt Bürgermeister Heß. „Natürlich könnten wir dem Leerstand entgegentreten, indem wir die Ladenräume an Spielhallen und Wettbüros vermieten, aber das braucht doch wirklich keiner. Deshalb müssen wir einen Spagat machen zwischen dem, was der Fußgängerzone hilft und dem, was die Bürger brauchen.“

Doch wie finanziert sich das Konzept eigentlich? Durch eine Umlage unter allen Hauseigentümern im Maßnahmenraum sollen in den nächsten drei Jahren 350.000 Euro zur Verfügung stehen. Die Umlage ist aber nicht unumstritten, denn von insgesamt 71 Hauseigentümern haben 14 gegen das Projekt gestimmt und müssen trotzdem zahlen. Das liegt am hessischen Gesetz zur Stärkung von Einkaufslagen INGE (Innerstädtisches Geschäftsquartier).

Dieses Gesetz erlaubt es, die Kosten auf alle Hauseigentümer umzulegen, denn es schreibt vor, dass ein Antrag gestellt werden kann, wenn ein Aufgabenträger die Zustimmung der Eigentümer von 15 Prozent der im Innovationsbereich gelegenen Grundstücke nachweisen kann, deren Fläche zugleich mindestens 15 Prozent der Gesamtgrundstücksfläche beträgt. In Frankenberg hat fast ein Drittel der Eigentümer, die fast die Hälfte der Grundstücksflächen besitzen, den Antrag unterstützt.

Damit das Projekt zustande kommt, durften im Abstimmungsverfahren nicht mehr als 25 Prozent der Eigentümer widersprechen. 19,7 Prozent der Eigentümer, die 21,7 Prozent der Grundstücksflächen besitzen, haben widersprochen. Im Schnitt zahlt jeder Eigentümer in den kommenden drei Jahren also knapp 5.000 Euro. Der genaue Betrag bemisst sich anhand der Größe der jeweiligen Immobilien – je größer das Gebäude, desto mehr ist zu zahlen.

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