Bürgermeister besucht „Umas“ im Berufsbildungswerk Nordhessen

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Beim Besuch von Bürgermeister Jürgen van der Horst erzählt der 17-jährige Elyas aus seinem neuen Alltag in Bad Arolsen.

Bad Arolsen. Elyas ist 17 und musste auf der Flucht aus seinem Heimatland viel durchmachen. Derzeit ist er einer von 58 unbegleiteten minderjährigen Ausländern, so genannten Umas, die auf dem Gelände des Berufsbildungswerkes Nordhessen untergebracht sind.

Beim Besuch von Bürgermeister Jürgen van der Horst erzählt Elyas aus seinem Alltag in Bad Arolsen. Ein bisschen peinlich ist es Elyas schon, aber er beantwortet die Frage nach dem Essen ehrlich. "Wenn wir am Wochenende selbst kochen, schmeckt es einfach besser", sagt der Jugendliche, der sich noch nicht an das westeuropäische Essen gewöhnt hat.

Bürgermeister van der Horst unterstrich das vielschichtige Interesse der Stadt an der Entwicklung der Umas. "Danke, dass Sie sich dieser Aufgabe gestellt haben", richtete er seinen Dank nicht nur an Bathildisheim-Vorstand Christian Geyer, sondern vor allem an die Mitarbeiter, die im täglichen Umgang mit den Jugendlichen ihr Bestes geben.

Dass es nicht immer einfach sei, gab Betreuer Thomas Simon unumwunden zu, doch das war auch nicht zu erwarten angesichts der traumatischen Erfahrungen der Jugendlichen, der Sprachbarriere und Anfangsschwierigkeiten. Inzwischen habe man die Phase des gegenseitigen Findens überwunden, Probleme aufgrund der kulturellen Unterschiede der Jugendlichen aus Eritrea, Pakistan, Afghanistan, Äthiopien, Syrien und Albanien werden so weit wie möglich ausgeräumt. "Der häufig wechselnde Informationsstand macht es auch nicht einfacher", betont der Bereichsleiter des Kinder- und Jugendwohnens, Norbert Seebach. Trotzdem war er ebenso wie Vorstand Christian Geyer erfreut, dass der Betreuungsschlüssel so schnell erfüllt werden konnte.

Neben der Beschaffung von Kleidung, organisatorischen Aufgaben wie der Zuweisung einer Schule und der Integration der Jugendlichen in Vereine, messen die Betreuer der pädagogischen und psychologischen Betreuung einen großen Stellenwert bei. Obwohl alle sehr bestrebt sind, ihre Deutschkenntnisse schnell auszubauen, reicht das Vokabular oft nicht für ausführliche Gespräche in der Traumabewältigung. Dort sind Dolmetscher wie Asghar Naderi-Teherani zur Stelle und auch Psychologen und Therapeuten mit muttersprachlichem Hintergrund helfen, wenn die Sprache Grenzen setzt. Dabei gilt es für die Jugendlichen nicht nur das Erlebte zu verarbeiten, sondern auch die neuen Anforderungen in Deutschland zu bewältigen.

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