Wenn Alltag etwas Besonderes ist

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Seit sieben Jahren hilft der ZeitRaum in Frankenberg Menschen bei der Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt, ist aber auch Begegnungsstätte. Zur Jubiläumsfeier kamen auch Otto Richter und Jürgen Klinkert (hinten, 2. u. 4. v. re.) vom Jobcenter und Bürgermeister Rüdiger Heß.

Der Bürgertreff ZeitRaum hilft Menschen in Frankenberg aus der Arbeitslosigkeit.

Frankenberg - Der ZeitRaum in Frankenberg hat seinen siebten Jahrestag gefeiert. „Das ist schon besonders“, sagte Otto Richter, Geschäftsführer des Jobcenters Waldeck-Frankenberg, bei der kleinen Feier, die die Mitarbeiter organisiert haben.

Die Mitarbeiter, das sind Menschen, die aufgrund verschiedenster Situationen in die Arbeitslosigkeit abgerutscht sind, sich aber aktiv dagegen wehren. „Hier kommen Menschen mit unterschiedlichstem Fachwissen und aus unterschiedlichsten Kulturen zusammen, um gemeinsam etwas zu schaffen“, sagt Jürgen Klinkert vom Jobcenter Frankenberg. Die Mitarbeiter restaurieren beispielsweise Möbel für bedürftige Bürger, bieten Spiel- und Bastelnachmittage für Kinder an, helfen bei Computerproblemen oder nehmen an den verschiedenen Festen in Frankenberg teil.

Es ist toll, dass sie sich so in die städtische Gemeinschaft einbringen“, lobte Bürgermeister Rüdiger Heß das Engagement der Mitarbeiter. Der ZeitRaum ist auch mitverantwortlich dafür, dass die Frankenberger Innenstadt nun wieder vorweihnachtlich erstrahlt. Die Mitarbeiter haben die Montage der Herrnhuter Sterne übernommen.

Die Menschen im ZeitRaum kümmern sich um ihre Mitmenschen, haben sich sehr bei der Aufnahme der Flüchtlinge 2015 engagiert und unterstützen regelmäßig beim Ausfüllen von Anträgen oder bei Behördengängen. „Wir machen das aber nicht nur für die Frankenberger, sondern auch für uns selbst“, erzählt ein Mitarbeiter. Es sei ein schönes Gefühl, gebraucht zu werden und Wertschätzung für das Geleistete zu erfahren. „Wir wollten weg von den Standardmaßnahmen und was sich hier entwickelt hat, ist wirklich einmalig“, erzählt Otto Richter.

Das Ziel bleibt die Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt. Der Weg dorthin ist jedoch nicht einfach, weiß Teamassistent Matthias Grimm. „Zuerst einmal geht es darum, den Menschen hier wieder einen geregelten Alltag zu bieten“, sagt er. „Einige sind drei Monate hier, andere ein ganzes Jahr. Dass die Menschen aber überhaupt kommen, ist schon ein Erfolg. Wir sprechen hier über Ängste, immerhin müssen sie ja zuerst einmal ihr sicheres Umfeld, also ihr Zuhause, verlassen.“

Im ZeitRaum gehe es dann zunächst darum, die sozialen Softskills, also die Umgangsformen, wieder zu erlernen. Geld spielt nur eine Nebenrolle. Zwar können Mitarbeiter bis zu 180 Euro zusätzlich im Monat verdienen, dabei handele es sich aber um eine reine Aufwandsentschädigung, so Klinkert. Bis zu 40 Stunden arbeiten die Menschen. Der größte Teil wird vor Ort geleistet, die restlichen Stunden wenden die Mitarbeiter dazu auf, Jobs zu finden oder sich über schulische Weiterbildungsmaßnahmen zu informieren.

Der ZeitRaum beruht auf Freiwilligkeit. Rund 150 Menschen waren in den vergangenen sieben Jahren hier beschäftigt. „Der Laden ist unser Baby und wir wollen ihn am Laufen halten“, sagte eine Mitarbeiterin abschließend – und so geht es auch den Verantwortlichen.

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