Bürger entscheiden mit, ob Ortsumgehung Wetterburg gebaut wird

Bei der Bürgerversammlung am Montag, 27. Mai, in der Twisteseehalle werden zwei mögliche Varianten der Ortsumgehung vorgeschlagen. Es ist die letzte Chance.

Bad Arolsen - „Das ist eine historische Entscheidung“, sagte Bad Arolsens Bürgermeister Jürgen van der Horst in dieser Woche während einer Pressekonferenz. Das Thema: die Ortsumgehung bei Wetterburg. Denn am Montag, 27. Mai, wird es um 20 Uhr in der Twisteseehalle in Wetterburg eine Bürgerversammlung geben, die endgültig klären soll, ob eine Umgehungsstraße gebaut wird und wo diese verlaufen wird.

Der Bürgermeister geht von einer vollen Halle aus, erwartet bis zu 600 Bürgerinnen und Bürger. „Seit Jahrzehnten ist die Ortsumgehung Thema, jetzt soll eine Entscheidung her“, so der Rathauschef. „Das Stimmungsbild ist schwierig“, weiß van der Horst.

Bereits im März wurde die Überlegung einer möglichen Umgehung durch das Arolser Holz verworfen. Ein zu großer Eingriff in die Natur für einen zu geringen Nutzen ist die Begründung. „Die Straße würde einen so weiten Umweg bedeuten, den fast niemand bereit wäre zu fahren.“ HessenMobil wird am Montag zwei Varianten präsentieren, die realisierbar sind. Kompromisse müssen bei beiden gemacht werden.

Variante eins sieht den Bau einer Umgehungsstraße entlang der Bahntrasse vor, parallel zur Ortsdurchfahrt der Landesstraße 3080. „Das würde zu etwa 80 Prozent Entlastung führen“, so van der Horst. Wetterburg werde dadurch verkehrstechnisch abgehängt. Für Bad Arolsen würde diese Variante wiederum zu einer Mehrbelastung führen. Bis zu 2.000 Fahrzeuge am Tag würden zusätzlich über die Wetterburger Straße und die Große Allee rollen.

Die zweite Variante würde zu einer Teilentlastung von rund 66 Prozent in der Ortslage Wetterburg führen. Die Kreisstraße 7 würde dabei jedoch belastet wie bisher. Allerdings entstünde keine Mehrbelastung für Bad Arolsen. Dafür wäre bei dieser Variante der Eingriff in die Natur größer und den Landwirten dürfte sicherlich nicht schmecken, dass sie Flächen dafür hergeben müssten.

Der Landkreis sei bereit, beide Varianten zu unterstützen und nicht aus der Vereinbarung nach Hessischem Kommunalem Interessenmodell (KIM) auszusteigen. Damit wäre die Finanzierung gesichert. „Der Landkreis wird das Projekt – egal wie – konstruktiv begleiten“, so van der Horst.

HessenMobil wird bei der Bürgerversammlung am Montag die Varianten für die Ortsumgehung vorstellen und Fragen klären. Auch der Bürgermeister wird eine Einschätzung abgeben. Darüber hinaus wird sich auch die Bürgerinitiative für eine Umgehungsstraße erklären. Wortmeldungen und Fragen aus dem Publikum sind zugelassen und erwünscht. Die Gremien werden dann nach der Sommerpause einen Entschluss fassen.

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