Circus Barelli verliert Quartier in Burgwald

Franz Barelli bei einer Dressurprobe mit Kamelen.
+
Franz Barelli bei einer Dressurprobe mit Kamelen.

Dem Circus Gebrüder Barelli wurde sein derzeitiges Quartier in der ehemaligen Betonfabrik in Ernsthausen gekündigt. Nun muss eine neue Unterkunft gefunden werden.

Burgwald. Dem Circus Gebrüder Barelli wurde das derzeitige Quartier in Ernsthausen zum 30. Juni gekündigt. Jetzt kämpft der Circus nicht nur gegen das finanzielle Ende, sondern muss auch noch gegen das drohende Aus kämpfen, weil mit der Kündigung die Unterbringung von Menschen und Tieren gefährdet sind.

Mittlerweile ist der Circus Barelli im gesamten Umland bekannt. Der Circus steht seit Januar 2020 auf dem Gelände der ehemaligen Betonfabrik Pfeifer in Ernsthausen und kämpft seit dem ersten Lockdown ums Überleben. Die Angehörigen des Circus setzten in den vergangenen Monaten alles daran, um die Kosten für Tierfutter, Streumaterial, Tierarzt, Hufschmied usw. decken zu können, haben selbst auf vieles verzichten müssen. Große Hilfe erfuhr der Circus dabei von Menschen aus dem Umkreis, auch die Bürgermeister der Gemeinde Burgwald, Lothar Koch, und der Stadt Frankenberg, Rüdiger Heß, sowie Landrat Dr. Reinhard Kubat haben sich wiederholt für den Circus eingesetzt.

Doch nun steht der Circus Gebr. Barelli vor der nächsten Katastrophe. Der Mietvertrag für das derzeitige Quartier wurde zum 30. Juni gekündigt, weil der Eigentümer das Objekt verkauft hat. In der Kürze der Zeit eine neue, den Bedürfnissen des Circus entsprechende Unterkunft zu finden, ist eine schwere Aufgabe, weil unter anderem eine adäquate Unterbringungsmöglichkeit für die Tiere gegeben sein muss.

Timmy Barelli: „Wir sind unserem bisherigen Vermieter wirklich sehr dankbar, dass er uns seinerzeit das Gelände vermietet hat und dass er nun einen Käufer für das Gelände gefunden hat, würde uns eigentlich auch für ihn freuen. Doch als er mit dem zukünftigen Eigentümer bei uns saß und uns sagte, dass wir bis zum 30. Juni hier raus sein müssten, hat uns das mitten ins Herz getroffen. Gerade erst hatten die Herren uns die schlechte Botschaft überbracht, da legten sie uns noch ein Schriftstück vor, auf dem wir mit unserer Unterschrift bestätigen sollten, dass wir binnen dieser Frist das Gelände verlassen. Ich habe die Unterschrift verweigert. Ich kann doch nicht unterschreiben, dass wir fristgerecht hier wegziehen, wenn wir nicht wissen, wohin wir sollen. Wir sind doch nicht aus eigenem Verschulden so lange hier, wir würden nichts lieber tun, als zu gastieren, aber wir dürfen nicht! Also sind wir auf eine dauerhafte Beherbergungsmöglichkeit angewiesen. Wir können nicht mit unseren Tieren, den Wohn- und Circuswagen und allem was dazu gehört, auf der Straße oder einem großen Parkplatz stehen. Wir müssen, allein schon um unserer Tiere willen, einen großzügigen Platz haben, wo es eine große Scheune, Halle oder ähnliches Gebäude und eine Auslaufmöglichkeit gibt.“

Dazu kommt ein weiterer Aspekt. Timmy Barelli: „Wir mussten aus Kostengründen die meisten unserer Fahrzeuge abmelden. Wenn wir wollten oder müssten, wären wir gezwungen, die Fahrzeuge und Anhänger alle wieder anzumelden, damit wir eine öffentliche Straße benutzen können. Dafür haben wir im Moment nicht die Mittel, von den Kraftstoffkosten, die ein Umzug mit sich bringen würde, will ich erst gar nicht anfangen.“

Wer ein Gelände mit einer Halle oder Scheune kennt, wo der Circus die Zeit bis die Pandemie im Griff ist, verbringen kann, soll sich bitte bei Ramona Barelli melden, Tel. 0157-32818873. Gleichzeitig warnt der Circus: „Spenden Sie bitte niemals Geld an Personen, die angeblich im Auftrag unseres Circus von Tür zu Tür gehen. Bei diesen Personen handelt es sich um Betrüger. Wir gehen nicht von Haus zu Haus! Richten Sie Ihre Spenden bitte ausschließlich per Überweisung an unser Spendenkonto. Für den Fall, dass Sie Futter oder sonstige Sachspenden leisten wollen, vereinbaren Sie einen Termin mit uns.

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Die wöchentlichen Fallzahlen zum Coronavirus in Hessen sinken weiter

Die Zahl der mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 Infizierten, die registriert wurden, ist in Hessen seit des Ausbruchs der Pandemie nun auf 172.056 Menschen (Stand:1. Februar …
Die wöchentlichen Fallzahlen zum Coronavirus in Hessen sinken weiter

Haus in Dorfitter ist abgebrannt

Ein leerstehendes Haus im Vöhler Ortsteil Dorfitter ist am den frühen Mittwochmorgen komplett abgebrannt.
Haus in Dorfitter ist abgebrannt

Laisa wird Außenstelle: Kommunalwald GmbH stellt sich in der Fläche auf

Ab April 2020 dient die aufgegebene Rettungswache in Laisa als Außenstelle der im Oktober gegründeten „Kommunalwald Waldeck-Frankenberg GmbH“. Die Außenstelle wird sich …
Laisa wird Außenstelle: Kommunalwald GmbH stellt sich in der Fläche auf

Corona-Testzentrum in Korbach ist umgezogen, vergrößert und winterfest

Das Drive-in-Testcenter in Korbach ist Vergangenheit. Der Landkreis Waldeck- Frankenberg hat neue und winterfeste Räumlichkeiten im Korbacher Industriegebiet am …
Corona-Testzentrum in Korbach ist umgezogen, vergrößert und winterfest

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.