Diebstahl und Vandalismus

Region. Immer wieder schrecken Berichte über Diebstähle und Vandalismus auf Friedhöfen die Öffentlichkeit auf. Dass die Täter keinen Respekt vor

Region. Immer wieder schrecken Berichte über Diebstähle und Vandalismus auf Friedhöfen die Öffentlichkeit auf. Dass die Täter keinen Respekt vor ihren Grabstätten zeigen, schockiert die betroffenen Grabnutzer besonders. Die Behörden sind meist machtlos, ein Patentrezept fehlt. Auf Pflanzen, Kränze, Sträuße und besonders Gegenstände aus Metall wie Lampen, Vasen oder Figuren haben es die Langfinger abgesehen. Die hohen Preise für Metalle locken. Dabei beschädigen die Diebe Gräber und Grabmale mitunter erheblich. Andere Übeltäter verwüsten Grabbepflanzungen oder beschmieren Grabsteine. Den Tätern fehlt anscheinend jeglicher Respekt vor den Toten, dem Friedhof und den Gefühlen der Hinterbliebenen.

Viele Friedhofsverwaltungen und Kommunen wollen mit einer Reihe von Maßnahmen das Problem in den Griff bekommen oder zumindest eindämmen. Zum Beispiel können Ordnungsdienste oder Friedhofsmitarbeiter verstärkt die Friedhöfe kontrollieren. Der Einsatz von Personal – eigenes oder externe Sicherheitsdienste – ist jedoch mit hohen Kosten verbunden. Angesichts klammer Kassen und ohnehin angespannter Personaletats ist dies häufig kaum zu bezahlen. Mancherorts wird über eine Videoüberwachung diskutiert (im schwäbischen Ittlingen bereits umgesetzt). Diese erfordert bei großen Friedhöfen jedoch umfangreiche Investitionen und wird von Datenschützern wegen des Eingriffs in die Privatsphäre kritisch gesehen. Von geregelten Öffnungszeiten hingegen, wie sie die meisten Friedhöfe ohnehin schon haben, lassen sich Menschen mit krimineller Energie kaum abhalten.

Härtere Strafen, wie zum Beispiel von der nordrhein-westfälischen CDU gefordert, sind derzeit politisch kaum durchsetzbar. Deren Erfolgsaussichten hält Christoph Keldenich, Rechtsanwalt und Vorsitzender der Verbraucherinitiative Aeternitas, darüber hinaus für "mehr als fraglich". Straftäter ließen sich dadurch kaum beeindrucken. Ein energischeres Durchgreifen der Behörden können Bürger kaum erzwingen, da es sich bei Diebstahl und Sachbeschädigung nicht um Kapitalverbrechen handelt. Am Ende bleibt vor allem der Appell an die Friedhofsnutzer, besonders aufmerksam zu sein und selbst aktiv zu werden. Politisches Engagement und öffentlicher Druck könnten die öffentlichen Träger zu mehr Kontrollen und weiteren Sicherheitsmaßnahmen bewegen – im Rahmen der finanziellen Zwänge. Verstärkte Kontrollen durch organisierte Bürgerstreifen zum Beispiel könnten zumindest das Sicherheitsgefühl verstärken und den einen oder anderen Straftäter abschrecken. "Eine absolute Kontrolle", so Keldenich, "ist jedoch auf einem – öffentlich zugänglichen – Friedhof nicht möglich."

Neben Wut, Ohnmacht und Ratlosigkeit bleibt den Geschädigten der finanzielle Schaden. Die Kosten müssen die Grabnutzer üblicherweise selbst tragen. Friedhofsverwaltungen können kaum haftbar gemacht werden, viele Friedhofssatzungen schließen dies sogar explizit aus. So genannte Grabstättenversicherungen sollen die finanziellen Folgen von Diebstahl oder Vandalismus an der Grabstätte abfedern. Doch die Stiftung Warentest rät von solchen Versicherungen ab: Zum Beispiel seien nicht fest installierte Gegenstände oder Pflanzen, die besonders häufig gestohlen werden, in der Versicherung gar nicht inbegriffen.

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