Digitale Parade: Die Arolsen Archives dokumentieren Millionen Schicksale

Szene aus den Arolsen Archives
1 von 27
Szene aus den Arolsen Archives.
Szene aus den Arolsen Archives
2 von 27
Szene aus den Arolsen Archives.
Szene aus den Arolsen Archives
3 von 27
Szene aus den Arolsen Archives.
Szene aus den Arolsen Archives
4 von 27
Szene aus den Arolsen Archives.
Szene aus den Arolsen Archives
5 von 27
Szene aus den Arolsen Archives.
Szene aus den Arolsen Archives
6 von 27
Szene aus den Arolsen Archives.
Szene aus den Arolsen Archives
7 von 27
Szene aus den Arolsen Archives.
Szene aus den Arolsen Archives
8 von 27
Szene aus den Arolsen Archives.

In Bad Arolsen befasst sich eine Institution seit Ende des Zweiten Weltkriegs mit menschlichen Schicksalen.

Bad Arolsen -  Von den Alliierten aufgebaut und mit Hilfe des Roten Kreuzes sind dort Dokumente über Opfer der NS-Verfolgung zusammengetragen worden, um mehr Licht in den Verbleib oder das Schicksal von etwa 17,5 Millionen „Displaced Persons“, Inhaftierten, Zwangsarbeitern und Vertriebenen, zu bringen.

Ab 1948 ging daraus der Internationale Suchdienst hervor. Das Gebäude in Arolsen wurde damals als Hotel geplant, weil man glaubte nach einigen Jahren die Einrichtung nicht mehr zu brauchen. 71 Jahre später sind immer noch Angehörige auf der Suche nach Familienmitgliedern, die in der Nazizeit verschwanden, abtransportiert wurden oder im Krieg verloren gingen. Aktuell nehmen die Anfragen aus Osteuropa sogar wieder zu.

Doch der Suchdienst hat sich auch gewandelt. Seit 2013 ist dieses „Denkmal aus Papier“ bereits Unesco Weltdokumentenerbe. Seit diesem Jahr heißt die Institution: „Arolsen Archives - International Center on Nazi Persecution“. Hier wird eine der größten Sammlungen historischer Zeugnisse gepflegt. Eine Aufgabe dabei ist es, die großen Mengen handgeschriebener Daten zu erfassen, einzuordnen und zugänglich zu machen.

Mit digitaler Technik wird dies seit Jahrzehnten vorangetrieben. Wobei sich die Technik dabei schon wieder überholt hat. 110 Millionen Dokumente füllen Hallen von Regalen, Aktenschränken und Ablagen. Und Millionen von Schicksalen sind dort enthalten. Darunter viele Namenslisten.

In Arolsen lagern beispielsweise die meisten Dokumente aus dem Konzentrationslager Buchenwald. Aber auch aus anderen Lagern wie Auschwitz und Dachau finden sich hier Aufzeichnungen, wie minutiöse Erschießungslisten.

So ist beispielsweise dokumentiert, das am Geburtstag von Adolf Hitler 1942 alle zwei Minuten ein Häftling erschossen wurde. Name, Geburtsdatum des jeweiligen Menschen, ein kurzer Hinrichtungsbeschluss und die Uhrzeit der Erschießung wurden dabei penibelst von den Ausführenden aufgeschrieben.

Die Zahl der Opfer nur an diesem Tag, an diesem Ort erstreckt sich über vier Seiten in einem Dokument, das viel mehr Namen, Tage und Seiten enthält.

Ein riesiger Teil der historischen Zeugnisse ist bereits digitalisiert. Täglich arbeiten hier rund zwei Dutzend der insgesamt 230 Mitarbeiter in einer „Digitalisierungswerkstatt“ daran, alte Korrespondenzen einzuscannen und zu ordnen. Mittlerweile gibt es auch internationale Kooperationen. Akten aus anderen Länder zum Thema werden hier ebenfalls digitalisiert und aufbereitet.

Wer heutzutage nach einen Angehörigen in diesem Kontext suchen möchte, kann dies weltweit online verfügbar über „arolsen-archives.org“. 200.000 Nutzer haben so die Archive schon virtuell besucht. Ein E-Guide hilft auf der Internetseite mit Erklärungen zu den Dokumenten. Zwei Drittel der Dokumente sind automatisch durchsuchbar.

Ein neues Datenbanksystem soll aber künftig die Informationsflut noch besser managen, damit Benutzer das gesamte Archiv durchsuchen können und Lebenswege der registrierten Menschen sich nachzeichnen lassen. Auch für Bildung und Forschung stehen die Daten zur Verfügung.

Wer sich selbst ein Bild von dieser Sammlung machen möchte kann die Dauerausstellung der Arolsen Archives in der Schloßstraße 10 in Bad Arolsen besuchen (dienstags bis samstags von 14 bis 17 Uhr) oder nimmt an einer öffentlichen Führung (jeden ersten Mittwoch im Monat um 14 Uhr) teil. Eine Anmeldung ist dazu unter visitorgroup@arolsen-archives.org möglich.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

„KreisBar“ eröffnet: Lebenshilfe Werk führt Kantine im Korbacher Kreishaus

Seit dieser Woche betreibt das Lebenshilfe-Werk Korbach die Kantine im Korbacher Kreishaus.
„KreisBar“ eröffnet: Lebenshilfe Werk führt Kantine im Korbacher Kreishaus

BAC-Theater Bad Arolsen zeigt „Auf ein Neues“

Im BAC-Theater Bad Arolsen wird die Komödie "Auf ein Neues" gezeigt.
BAC-Theater Bad Arolsen zeigt „Auf ein Neues“

Aufsehen erregender Fund: „Chroniosuchier“ aus der Korbacher Spalte erstmalig für Mitteleuropa identifiziert

Ein neuer Fund aus der Fossilienfundstätte Korbacher Spalte hat in Wissenschaftskreisen Aufsehen erregt. Das Fundmaterial wird zurzeit an der Berliner …
Aufsehen erregender Fund: „Chroniosuchier“ aus der Korbacher Spalte erstmalig für Mitteleuropa identifiziert

Wanderung im Nationalpark Kellerwald-Edersee: Wolf, Luchs und Wildkatze

Unter dem Motto „Wer hat Angst vorm bösen Wolf?“ lädt Nationalparkführerin Viola Wagner zu einer Exkursion in den Nationalpark Kellerwald-Edersee ein.
Wanderung im Nationalpark Kellerwald-Edersee: Wolf, Luchs und Wildkatze

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.