Digitalisierung verändert den Arbeitsmarkt

Erste Auswirkungen sind auf dem Arbeitsmarkt zu bemerken. Arbeiter werden durch Maschinen ersetzt. Kompetenzen sichern die Arbeitsstelle.

Waldeck-Frankenberg. Sie nennt sich "Industrie 4.0" oder auch "Digitalisierung": Die fortschreitende Automatisierung von Routinetätigkeiten in der Arbeitswelt löst eine Angst um den Verlust des eigenen Arbeitsplatzes aus. Viele befürchten somit unwillkürlich in die Arbeitslosigkeit zu verfallen. Um die möglichen Auswirkungen der Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt in Hessen zu bestimmen, hat das IAB Hessen in einer Studie in Auftrag gegeben.

Fertigungsberufe sind ersetzbar

Hier wurde der Anteile der Tätigkeiten gemessen, die innerhalb eines Berufes bereits heute durch den Einsatz von Computern oder computergesteuerten Maschinen übernommen werden könnten. Anschließend wurde überprüft, wie viele Beschäftigte in Hessen in Berufen arbeiten, in denen bereits heute mehr als 70 Prozent der Tätigkeiten theoretisch durch Computer oder computergesteuerten Maschinen ersetzbar sind. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass aktuell 72,4 Prozent der in den Fertigungsberufen ausgeübten Tätigkeiten von Computern oder computergesteuerten Maschinen übernommen werden könnten. In den Berufen der Unternehmensführung und -organisation sowie in IT- und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufen liegt der Anteil theoretisch ersetzbarer Tätigkeiten zwischen 40 und 50 Prozent. In Lebensmittel- und Gastgewerbeberufen, Bau- und Ausbauberufen, Verkehrs- und Logistikberufen, Handelsberufen sowie Land-, Forst- und Gartenbauberufen und unternehmensbezogenen Dienstleistungsberufen sind es etwa 30 bis 40 Prozent der Tätigkeiten.

Unterscheidet man die Berufe hinsichtlich ihres Anforderungsniveaus, wären 43,1 Prozent der in den Helferberufen ausgeübten Tätigkeiten in Hessen bereits heute ersetzbar. Für Fachkräfte liegt der Anteil bei 44,5 Prozent. "Alle Wellen der Automatisierung und Industrialisierung, die bisher stattfanden, betrafen Menschen sowie ihre Arbeitsplätze und Kompetenzen. Die Kunst besteht darin vorausschauend zu handeln und durch Fortbildung und Weiterbildung Funktionen und Nischen zu finden, die den Menschen und den neuen Anforderungen gerecht werden.

Wie können neue Entwicklungen positiv und gewinnbringend genutzt werden? Welche neuen Berufsbilder entstehen und auf welche können wir verzichten? Das Schüren von Ängsten hat dabei noch nie geholfen. Prozesse sind und waren schon immer dem Wandel unterworfen.

Viel klüger ist es, den Wandel aktiv und auf den Menschen ausgerichtet zu gestalten", so Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen. 17,4 Prozent der Helfer in Hessen sind in Berufen beschäftigt, in denen mehr als 70 Prozent der Tätigkeiten durch Computer oder computergesteuerte Maschinen ersetzt werden könnten.

Bei den Fachkräften sind es 15,3 Prozent und bei den Spezialisten 12,5 Prozent. Für Experten kann konstatiert werden, dass für sie gegenwärtig kaum ein Risiko besteht, durch Computer ersetzt zu werden (0,1 Prozent). Damit gilt es für Hessen, nicht nur Geringqualifizierte durch Qualifizierungsmaßnahmen auf die Herausforderungen einer zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt vorzubereiten, sondern auch die Zukunftsfähigkeit der Fachkrafttätigkeiten im Blick zu behalten. Lebenslanges Lernen, betriebsnahe Aus- und Weiterbildungsangebote sowie passgenaue Vermittlungen werden daher immer bedeutender.

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