Die Dorf-App war nur ein Anfang: Wie digitale Transformation Diemelstadt durch die Krise helfen kann

Für Diemelstadt ist die Pandemie ein Weckruf. Bürgermeister Elmar Schröder will der Vielzahl von neuen herausforderungen mit der Bereitschaft zur Veränderung begegnen. Moderne digitale Lösungen sind gefragt.

Diemelstadt. Die Coronapandemie stellte die Verantwortlichen der Stadt Diemelstadt 2020 vor eine Vielzahl neuer Herausforderungen, denen man nur mit der Bereitschaft zur Veränderung begegnen kann. Der Situation, die sicher auch noch das Jahr 2021 maßgeblich beeinflussen wird, kann eine moderne Kommunalverwaltung nur durch agiles Management, New Work, digital Leadership und E-Partizipation entgegentreten. Viele der bisherigen Prozesse müssen über ein gutes Veränderungsmanagement proaktiv und flexibel mittels moderner digitaler Lösungen umgesetzt werden.

Dorf-App Crossiety

Über 50 der relevanten Zielgruppe nutzt die Dorf-App Crossiety. Zur Zielgruppe gehören alle Personen zwischen 20 und 64 Jahren plus 10 der Personen unter 20 Jahre und 10 der Personen über 64 Jahre. Somit ist die Dorf-App bei 50 der Bürger in Diemelstadt angekommen und verfügt damit über eine enorme Reichweite. Da mittlerweile auch benachbarte Kommunen die Dorf-App einsetzen ist der Mehrwert noch größer. Bei der Einführung im Sommer 2019 konnten die Verantwortlichen nicht ahnen, dass diese Kommunikationsplattform optimal für die Kommunikation und Information insbesondere während der bisherigen Lockdown-Phasen ist. Die aktuelle Auswertung zeigt, dass gerade in den Phasen der Kontaktbeschränkung die meisten Beiträge veröffentlicht wurden.

So wurden bisher 2.400 Meldungen des Krisenstabs, zu Gottesdiensten, Aktionen der Vereine, der politischen Gremien und Fraktionen uvm. über die App veröffentlicht. Die gesamte politische Gremienarbeit mit umfangreichen Vorlagen läuft bereits auf Crossiety. „Wer optimal und aktuell im Stadtgebiet informiert sein möchte, sollte die kostenlose Dorf-App Crossiety auf seinem Handy, Tablet oder PC installieren, zumal sie datenschutzrechtlich sicherer ist als die großen Socialmedia-Produkte aus Amerika“, so Bürgermeister Elmar Schröder.

Online-Konferenzen

Nachdem mit Beginn des zweiten Lockdowns endgültig klar wurde, dass diese Situation unserer Gesellschaft noch bis nach einer großen Impfaktion vorausichtlich bis August 2021 dauern könnte, mit den sogenannten Kontaktbeschränkungen erhalten bleibt, mussten digitale Lösungen her, die die Präsenz bei Sitzungen oder Schulungen ersetzen. Die Stadt Diemelstadt kann heute über verschiedene Softwareprodukte, wie Teamviewer, Zoom, Webex oder Teams, Online-Meeting abwickeln. Dazu wurden zahlreiche Kameras und Headphones mit Mikro angeschafft, es werden aber auch dienstliche Handys, Tablets und Notebooks dafür genutzt. Im Multifunktionsraum der Stadthalle wurde eine komplexere Technik mit Kamera, Raummikro/-lautsprecher, Beamer und Fernseher eingerichtet, damit auch kleine Runden oder Sitzungen mit externen Teilnehmern online verbunden werden können. „Bereits vor meinem Amtsantritt habe ich ein Verbundstudium an der Uni Dortmund über eine Online-Plattform absolviert, daher bin ich heute manchmal erschrocken, wie schlecht diese Möglichkeiten bisher genutzt werden. Viele Menschen haben die besten Handys oder Tablets dabei und fotografieren ihre Mahlzeiten, scheitern aber beim Versuch für eine gute Gesprächsqualität einen Kopfhörer mit Mikro zu nutzen. Das darf in einigen Monaten kein Thema mehr sein und wird auch nach Corona einen neuen Umgang mit Schulungen, Sitzungen oder dem Homeoffice mit sich bringen.“, ist sich Schröder sicher.

New Work, Homeoffice und Co-Working-Spaces

Mit dem Generationenwechsel von den Babyboomern zu den Generationen X, Y und Z, d.h. den nach 1964 geborenen Menschen, wird die digitale Transformation im gesellschaftlichen Leben einen viel breiteren Raum einnehmen. Es wird allein aus ökologischen Gründen sinnvoll sein, dass zahlreiche Schulungen und Sitzungen aufgrund der weiten Anfahrtswege in Zukunft über Online-Plattformen laufen. Im Bereich von New Work werden wir über neue Formen der Arbeitszeitgestaltung nachdenken. Natürlich muss alles im rechten Maß ablaufen, da soziale Kontakte am Arbeitsplatz auch wichtig sind, um nicht abgehängt zu werden. Die vorhandenen technischen Mobilgeräte und PCs müssen viel mehr in den digitalen Arbeitsalltag einbezogen werden und verstärkt der Kommunikation und Information über moderne Softwareplattformen dienen.

Digitale Verwaltungsprozesse

Damit auch alle Verwaltungsabläufe in Zukunft digital abgebildet werden, wurde jüngst zwischen sieben nordhessischen Kommunen, zu denen auch Diemelstadt gehört, eine Interkommunale Zusammenarbeit vereinbart. Damit soll gemeinsam mit dem Land Hessen und der EKOM 21 die Umstellung auf digitale Antragsverfahren gelingen. Wenn der Prozess abgeschlossen ist, wird es Authentifizierungsverfahren und die vollständige Digitalisierung der Kommunalverwaltung nach sich ziehen.

„Wir werden uns dynamisch und agil diesen neuen Herausforderungen stellen müssen, um die digitale Transformation als ständigen Prozess der Veränderung zu begreifen. Dafür war die Coronapandemie ein Weckruf, der mittel- bis langfristig den ländlichen Raum wieder viel attraktiver werden lässt, weil eine Präsenz im teuren Ballungsraum nicht ständig erforderlich sein wird. Der eigene räumliche Aufenthaltsort wird eine nachrangige Bedeutung bei den digitalen Normaden der Zukunft haben.“, so Bürgermeister Elmar Schröder abschließend.

Rubriklistenbild: © PM/Diemelstadt

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