Draußen Demo, drinnen Kuchen

Korbach. Es ist ein Tag des Protests fr rund 70 Brger aus Korbach, die noch einmal gegen das mllverbrennende Industriekraftwer

Korbach. Es ist ein Tag des Protests fr rund 70 Brger aus Korbach, die noch einmal gegen das mllverbrennende Industriekraftwerk demonstrieren. Und es ist ein Tag zum Feiern fr die Mannheimer MVV Energiedienstleister, die Continental AG und Gste, die sich zur gelungenen Kesseldruckprobe auf der Baustelle einfinden.Whrend die Demonstranten unter Gasmasken und mit Plakaten mehr Sicherheit und bessere Filter fordern, bekommen die geladenen Gste Kuchen und einen Sicherheitshelm. Neben dem TV-Stempel fr die bestandene berdruck-Prfung stehen ausgiebige Fhrungen auf der Einladung. Die Arbeiten am Industriekraftwerk laufen planmig. Der Kessel in dem 37,2 Meter hohen Gebude wird zur Zeit ausgekleidet. Daneben entsteht der Turm fr die Filteranlage samt 42 Meter hohem Schornstein. Im Mai soll der erste Mll verbrannt werden. 75.000 Tonnen aufbereiteter Haus- und Gewerbemll sollen von September an jhrlich verbrannt werden. Der damit erzeugte Strom sowie der Dampf sind fr das angrenzende Werk des Automobilzulieferers Continental bestimmt. Die Energieversorgung durch Mllverbrennung wird seitens der Gegner weiter heftig diskutiert. Noch steht das Urteil zur Klage der Brgerinitiative gegen die Genehmigung des Industriekraftwerks aus. Ein Strohhalm, an dem sich die Demonstranten vor der Baustelleklammern.

Dagegen:

Beim Verbrennen von Abfllen entsteht einen Vielzahl von Stoffen, die fr Gesundheit, Natur und Umwelt schdlich sind, sagt selbst die Mannheimer Firma MVV, die das Industriekraftwerk baut.

Das Gebiet rund um Korbach ist Karst, also sehr wasserdurchlssig. Zudem liegt das mllverbrennende Industriekraftwerk in einer Wassergewinnungszone.

Die Filteranlage und die Sicherheit sei nicht auf dem Stand der Technik, werfen die Grnen der MVV vor.

Die Entscheidung zur Klage der Brgerinitiative, gegen die Genehmigung des Industriekraftwerks, steht noch aus.

Es gib keine Vorbelastungsuntersuchung ber die derzeitige Qualitt der Luft und bereits vorhandene Schadstoffe.

Es fehlt an einer aussagekrftigen Smog-Studie.

Dafr:

Die Aussto aller Schadstoffe wird, laut MVV, durch die Filter soweit reduziert, dass die Gesamtbelastung der Umwelt nicht messbar erhht wird. Die Verunreinigungen liegen unter der Grenze, die der Gesetzgeber vorsieht.

Das Bauwerk hat eine Ausnahmegenehmigung fr den Standort. Es werde, laut MVV, die strengen Anforderungen erfllen.

Es werden 99,9 Prozent aller Schadstoffe nachprfbar herausgefiltert, erklrt Friedhelm Kaiser. Geschftsfhrer der MVV.

Die Continental AG gewinnt Strom, der fr 4.600 Haushalte reichen wrde und wird mit Dampf und Wrme versorgt.

Es werden 15 Arbeitspltze entstehen.

Von den 75.000 Tonnen Mll bleibe nach der Verbrennung ein Rest von 1.500 Tonnen, der deponiert werden muss.

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