Ein Abschied um zu überleben: Kindertransporte von 1938 mit Gegenwartsbezug

Ethik-Kurs der Alten Landesschule mit Dr. Marion Lilienthal.
+
Ethik-Kurs der Alten Landesschule mit Dr. Marion Lilienthal.

Es ist eine traurige Geschichte: Ein kleines Mädchen wird allein, ohne Eltern, mit vielen anderen Kindern auf eine große Reise in die Fremde geschickt.

Korbach. Es ist eine traurige Geschichte: Ein kleines Mädchen wird allein, ohne Eltern, mit vielen anderen Kindern auf eine große Reise in die Fremde geschickt.

Das Kind weiß nicht, was es erwartet: Es kommt zu wildfremden Menschen, mit einer anderen Kultur, fremder Sprache und ungewisser Zukunft.

Es ist die Flucht eines jüdischen Mädchens vor der Verfolgung durch die NS-Gewaltherrschaft. Die Eltern haben ihr Kind 1939 nicht freiwillig weggeschickt. Sie klammerten sich an die Hoffnung, ihr Kind zu retten.

Was mag in den Eltern vorgegangen sein, die sich von ihrem Kind trennen mussten? Manche waren noch Babys.

Für die meisten Kinder war es ein Abschied für immer. Es war das letzte Mal, dass sie ihre Eltern und Angehörigen sahen. Denn vielen Älteren gelang es nicht, Deutschland zu verlassen. Es ist aber auch eine Geschichte der Hoffnung. Kinder, die in England und den Niederlanden eine Zuflucht fanden. Darunter auch Kinder aus dieser Region.

Mit Hilfe von Erinnerungen Überlebender verdeutlicht Ernst Klein Gegen Vergessen – Für Demokratie) den Schülern, was es bedeutet, seine geliebte Heimat aufgeben und sich in der Fremde eine neue Existenz aufbauen zu müssen. Er beschreibt eine einzigartige Rettungsaktion, durch die 1938 und 1939 etwa 12.000 jüdische Kinder aus Deutschland der NS-Verfolgung entkommen konnten.

Es sind Geschichten, die im Gedächtnis bleiben. Wichtig war ihm dabei der Gegenwartsbezug. Gibt es doch auch heute Kinder und Jugendliche, die aus Kriegs- und Krisengebieten flüchten müssen. Dank der „Kindertransporte“ blieb den Kindern das Verfolgungs- und Vernichtungsschicksal ihrer Eltern erspart. Sie erlebten Unterstützung und Hilfsbereitschaft.

Dr. Marion Lilienthal schloss mit der Hoffnung, dass die Schülerinnen und Schüler durch die Vermittlung historischen Wissens zum Nachdenken angeregt werden und sich für andere Menschen einsetzen. Dem schloss sich Schulleiter Christoph Aßmann an, der sehr dankbar ist für das Engagement Ernst Kleins. Alle Schülerinnen und Schüler erhielten zum Abschluss das Buch „In meiner Tasche“, dass das Schicksal eines dieser geretteten Kinder beschreibt.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

SPD Korbach: „Wir wollen die stärkste Kraft sein“
Waldeck-Frankenberg

SPD Korbach: „Wir wollen die stärkste Kraft sein“

Zur Kommunalwahl am 14. März 2021 tritt die SPD Korbach mit insgesamt 20 Kandidaten an.
SPD Korbach: „Wir wollen die stärkste Kraft sein“
13 neue Lehrer verstärken das Kollegium der Edertalschule Frankenberg
Waldeck-Frankenberg

13 neue Lehrer verstärken das Kollegium der Edertalschule Frankenberg

Mit den neuen Kolleginnen und Kollegen sieht Schulleiter Claus-Hartwig Otto das Gymnasium personell gut aufgestellt.
13 neue Lehrer verstärken das Kollegium der Edertalschule Frankenberg
Konzept für ein „Frankenberg 5.0“ soll bei Landesgartenschau überzeugen
Waldeck-Frankenberg

Konzept für ein „Frankenberg 5.0“ soll bei Landesgartenschau überzeugen

Die Bewerbung der Stadt Frankenberg Eder) für die Landesgartenschau 2027 ist komplett und die Machbarkeitsstudie im Umweltministerium angekommen.
Konzept für ein „Frankenberg 5.0“ soll bei Landesgartenschau überzeugen
Die neuen Land- und Baumaschinenmechatroniker aus dem Landkreis
Waldeck-Frankenberg

Die neuen Land- und Baumaschinenmechatroniker aus dem Landkreis

Diese Land- und Baumaschinenmechatroniker aus dem Landkreis wurden gemeinsam mit 111 Junggesellen von der Kreishandwerkerschaft Marburg freigesprochen.
Die neuen Land- und Baumaschinenmechatroniker aus dem Landkreis

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.